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Wird der Idiotentest für alle Alkoholsünder Pflicht?

Wer im Nordosten mit 1,6 Promille und mehr am Steuer erwischt wird, muss zur medizinisch-psychologischen Untersuchung. Das könnte sich nach einem Urteil in Bayern bald ändern.

Alkohol am Steuer, das wird teuer und könnte demnächst auch immer zur MPU-Prüfstelle führen.
Christian Jung Alkohol am Steuer, das wird teuer und könnte demnächst auch immer zur MPU-Prüfstelle führen.

Alkoholsünder müssen künftig damit rechnen, zum so genannten Idiotentest verdonnert zu werden – egal, wie viele Promille sie im Blut hatten. Bislang gilt eine Grenze von 1,6 Promille. Nach einem Urteil in Bayern überlegen nun auch MV und Brandenburg, das entsprechende Gesetz zu ändern. „Zuvor muss noch die Berufungsverhandlung in Bayern abgewartet werden“, sagte Steffen Wehner, Sprecher der zuständigen Ministeriums für Energie, Infrastruktur und Landesentwicklung Mecklenburg-Vorpommern. Sowohl in Brandenburg als auch in MV schickten die Behörden aber schon heute oft Alkoholsünder zum Test, deren Promillewert unter 1,6 lag. Bindend vorgeschrieben ist das aber nicht.

In Bayern hatte eine Frau, die mit 1,28 Promille aus dem Verkehr gezogen worden war, dagegen geklagt, zur medizinisch-psychologischen Untersuchung (MPU) zu müssen. Die Klage wurde abgewiesen. Nun hat die Frau Berufung eingelegt.