Umfrage zur Zufriedenheit:

Wo den Schulleitern der Schuh drückt

Bildungsminister Mathias Brodkorb (SPD) ist einigermaßen verblüfft über die Ergebnisse, die eine Umfrage unter Rektoren ergab.

Damit hätte Bildungsminister Mathias Brodkorb (SPD) nicht gerechnet: Laut einer Umfrage sind seine Schulleiter zufriedener als er dachte.
Jens Büttner Damit hätte Bildungsminister Mathias Brodkorb (SPD) nicht gerechnet: Laut einer Umfrage sind seine Schulleiter zufriedener als er dachte.

Rundum zufriedene Lehrer? Die nicht über zu viel Arbeit klagen? Solche Lehrer sind gewiss nicht leicht zu finden. Dieser – zugegeben – gefühlten Wahrnehmung stehen Ergebnisse einer Umfrage unter Schulleitern gegenüber: Demnach sind sie überdurchschnittlich zufrieden mit ihrer Situation, fühlen sich ihren Aufgaben gewachsen und ordnen sich hinsichtlich der Arbeitsbelastung im Mittelfeld ein. An der Befragung des Instituts für Qualitätsentwicklung (IQMV) im Auftrag des Bildungsministeriums hatten sich 2013 rund 250 Schulleiterinnen und Schulleiter aller Schularten beteiligt, knapp die Hälfte derer, die den Fragebogen erhalten hatten. Sie verteilen sich so auf die Schularten, dass die Umfrage repräsentativen Charakter hat.

Anders als zuvor vermutet, beklagen sich Schulleiter kaum über den Unterricht, den sie neben ihren administrativen Aufgaben zu leisten haben. Zwischen 11 und 20 Stunden pro Woche seien offenbar ein „gesundes Maß“, wie Bildungsminister Mathias Brodkorb (SPD) feststellte. Erst darüber hinaus, also ab 20 Wochenstunden, stelle sich ein Gefühl der Überlastung ein. „Das betrifft vor allem die kleinen Grundschulen auf dem Land, wo Schulleiter auch Klassenleiter sind“, sagte der Minister.

Bürokratie macht den Rektoren zu schaffen

Zu schaffen machen den Schulleitern vor allem Bürokratie und Verwaltung, etwa die beiden parallel laufenden Systeme der Schuldatenerfassung – zum einen für die Schulträger (wie Kommunen), zum anderen für die Schulämter, die zum Ministerium gehören. „Dass der Schulleiter vorm Computer sitzt und alle Daten zweimal eingeben muss, kann ihm nur unsinnig erscheinen“, räumte Minister Brodkorb ein. Er hofft, in den kommenden zwei bis drei Jahren eine einheitliche Schulverwaltungssoftware schaffen zu können. Auf den Wunsch der Schulleiter nach mehr Rechtskenntnis hat das Ministerium bereits reagiert: Via Internet bietet es ein Selbstlernprogramm zu Schul-, Personal- und Dienstrecht an. In den Schulämtern Neubrandenburg, Schwerin und Greifswald haben bereits Einweisungskurse begonnen – mit großem Interesse.

An den rund 550 allgemeinbildenden und beruflichen Schulen im Land gibt es nach Auskunft des Bildungsministeriums rund 1100 Leitungsposten, sprich Schulleiter und Stellvertreter. Die prekäre Besetzungssituation mit 135 offenen Stellen hat sich nach Auskunft Brodkorbs in den vergangenen Monaten entspannt, unter anderem durch höhere finanzielle Zulagen und verkürzte Ausschreibungsverfahren. Ende Januar seien noch 20 Stellen unbesetzt gewesen, für weitere 24 liefen Besetzungsverfahren.

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