Unbeliebte Abgabe:

Wofür die Städte ihre Hundesteuer ausgeben

Die Städte in Mecklenburg-Vorpommern sind ständig auf der Suche nach Geldquellen. Ein beliebtes Opfer dabei: Hundebesitzer. Die Gebühr für den Vierbeiner ist eine leichte Einnahmequelle. Wie viel hat sie den Städten in der Region 2013 eingebracht?

Viele Gemeinden in MV planen, die Hundesteuer zu erhöhen.
Daniel Naupold Viele Gemeinden in MV planen, die Hundesteuer zu erhöhen.

Wenn Ernst-Jürgen Lode die Wahl hätte, würde er die Hundesteuer unangetastet lassen. Als Hundebesitzer ist er gegen eine höhere Abgabe. Aber als Bürgermeister muss Lode auch an seinen Ort Woldegk denken, insbesondere an die klamme Stadtkasse. Denn zu Beginn des Jahres belasteten noch rund 3 Millionen Euro Schulden den Etat der Windmühlenstadt. Um den Haushalt weiter zu konsolidieren, denkt die Stadt nun darüber nach, die Hundesteuer zu erhöhen. 

Stimmen die Stadtvertreter dafür, bezahlen Hundebesitzer in Woldegk für den ersten Hund statt 45 Euro künftig 90 Euro. Der zweite Hund schlägt mit 150 Euro statt den bisherigen 90 Euro zu Buche. Der dritte Hund kostet weiterhin 200 Euro und für einen gefährlichen Hund würden Hundebesitzer 500 Euro anstatt 400 Euro zahlen.

Auch Neubrandenburg erhöht die Hundesteuer

Noch teurer wird es für Hundehalter in Neubrandenburg. Dort kostet der erste Vierbeiner ab dem 1. Januar 2015 satte 96 Euro, jeder zweite 150 Euro und jeder dritte 200 Euro. Für einen gefährlichen Hund verlangt die Stadt 600 Euro. Kurt Kadow hält die erhöhten Abgaben für übertrieben. Zwar sei die Hundesteuer einerseits notwendig, weil Städte und Kommunen genügend Probleme mit Hundekot haben, sagt der Vorsitzende des Tierschutzvereins Neubrandenburg. Aber andererseits fließe nur ein Bruchteil der Gelder an Hundebesitzer zurück, zum Beispiel in Form von Plastiktüten und Hundekot-Mülleimer.

"Die Städte brauchen Geld. Das hat oft nichts mit Hunden zu tun", sagt Kadow. In der Tat: Woldegk hat im vergangenen Jahr rund 10 000 Euro über die Hundesteuer eingenommen. Mit diesem Geld stopfte die Stadt bisher Löcher im Haushalt. Zudem wurden mit der Abgabe Sportanlagen der Schulen und Spielplätze sauber gehalten.

Neustrelitz denkt über höhere Abgabe nach

Obwohl bei vielen Hundebesitzern unbeliebt, die Abgabe für die Vierbeiner ist auch in anderen Städten eine zuverlässige Einnahmequelle. Neustrelitz hat 2013 rund 57 900 Euro durch die Hundesteuer eingenommen. Dort ist die Zahl der Hundebesitzer so weit angestiegen, dass Bürgermeister Andreas Grund über eine Erhöhung der Abgabe nachdenkt.

"Denn Hundesteuer kann eine regulierende Wirkung haben", so Grund. Neubrandenburg hat im Jahr 2013 etwa 200 000 Euro durch die Hundesteuer eingenommen. Dort wird das Geld vorrangig für kommunale Aufgaben wie die Unterhaltung von Schulen ausgegeben. In der Uckermark verfahren die Städte genauso. Die Städte Templin (63 000 Euro) und Prenzlau (72 000 Euro) finanzieren mit ihren Einnahmen aus der Hundesteuer ebenfalls Pflichtaufgaben wie Feuerwehr und Kindertagesstätten.