Debatte flammt wieder auf:

Wolf reißt zwei Schafe

Er stromerte an der Grenze zwischen Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern umher – und gab der Debatte neue Nahrung.

Wie ist mit dem Wolf am besten umzugehen?
Ingo Wagner Wie ist mit dem Wolf am besten umzugehen?

Ein verhaltensauffälliger Wolf in Schleswig-Holstein hat in Schwerin die Diskussion über den Umgang mit den Tieren neu entfacht. Während die Grünen darauf beharren, dass der Wolf eine streng geschützte Art ist und bleiben muss, hält die CDU diese Position für verantwortungslos. Der Chef des Agrarausschusses im Landtag, Fritz Tack (Linke), kündigte am Donnerstag an, das Thema auf der nächsten Ausschusssitzung zu besprechen.

Ein Wolf hatte jüngst bei Mölln in Schleswig-Holstein zwei Schafe gerissen. Er habe keine Scheu vor Menschen gezeigt. Der Wolf könnte aus Mecklenburg-Vorpommern gekommen sein, hieß es im Umweltministerium in Kiel.

"Über die Herkunft kann nur spekuliert werden"

Mecklenburg-Vorpommerns Wolfsbetreuer Norman Stier vermutete dagegen, dass es sich eher um ein durchwanderndes Tier aus Niedersachsen handelte. Der Wolf sei an zwei Tagen hintereinander bei mehreren Orten im Landkreis Ludwigslust-Parchim und dann in Schleswig-Holstein beobachtet worden. „Jetzt ist er vielleicht schon in Dänemark“, sagte Stier. Dass der Wolf aus der Lübtheener Heide stammt, wo im Vorjahr fünf Welpen zur Welt kamen, nimmt er nicht an.

Diese Tiere seien sehr scheu und würden die Flucht ergreifen, wenn sie einen Menschen in 100 oder 200 Meter Entfernung wahrnehmen. Dagegen gebe es in der Region Münster Wölfe, die wenig Scheu vor Menschen zeigten. Solche Verhaltensweisen würden von der Mutter auf die Jungtiere übertragen, sagte der Zoologe. Er machte jedoch deutlich, dass über die Herkunft nur spekuliert werden könne. Ebenso könne der Wolf aus einem Gehege entkommen sein.

Die CDU-Landtagsabgeordnete Beate Schlupp monierte, den Grünen sei es „egal, wenn Schafe durch einen Wolf zu Tode kommen“. Erfahrungen aus Schweden zeigten, dass Wölfe sogar Pferde mit Reitern angreifen. Die CDU-Fraktion wolle, dass der Wolf in das Jagdrecht aufgenommen und ganzjährig unter Schutz gestellt werde. Tack sagte, es sei fraglich, ob das einen anderen Umgang mit dem Wolf ermögliche als bisher erlaubt. Viel wichtiger sei es, über den besseren Schutz von Schaf- und Ziegenherden nachzudenken.

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