Efeu und Rosenwurz:

Wunderextrakte aus Anklam erobern die Welt

Eine StartUp- Firma aus Anklam gewinnt wertvolle Pflanzenextrakte für die Pharma-, Nahrungs- und Kosmetikindustrie.

Qualität beginnt mit der Rohware. Produktionschef Klaus Schekahn kontrolliert getrocknete Mate-Blätter aus Paraguay.
R. Sommer Qualität beginnt mit der Rohware. Produktionschef Klaus Schekahn kontrolliert getrocknete Mate-Blätter aus Paraguay.

Mit seiner ausgeprägten Landwirtschaft, modernen Nahrungsmittelproduzenten und agrarisch ausgerichteten Forschungseinrichtungen ist der Osten Mecklenburg-Vorpommerns prädestiniert als Bio-Ökonomie-Modellregion. Jüngstes Beispiel für die allmählich aufstrebende Branche ist die Anklam Extrakt GmbH, die sich schon zwei Jahren nach Produktionsstart anschickt, im internationalen Markt mitzumischen. Die Firma gewinnt auf besonders schonende Weise wertvolle Inhaltsstoffe aus getrockneten Pflanzen, die Händler aus aller Welt liefern.

Im Rohwarenlager der Anklam Extrakt GmbH duftet es fast wie auf einem orientalischen Basar. Prüfend entnimmt Klaus Schekahn eine Handvoll getrockneter Mate-Blätter aus einem riesigen Kunststoffsack und zerbröselt eine Prise davon für eine erste Geruchsprobe. Die aus Paraguay stammenden Blätter des Mate-Strauchs, scheinen den Gütetest des strengen Produktionschefs zu bestehen. Schon in der nächsten Schicht wird nun aus mehreren Hundert Kilo Mate ein wertvolles Extrakt für die deutsche Getränkeindustrie gewonnen. Die wiederum wird daraus später eine Szene-Limonade oder ein Kult-Bier herstellen.

Aus aller Welt kommen die pflanzlichen Rohstoffe

Fast 40 verschiedene pflanzliche Rohstoffe werden mittlerweile in dem Anklamer Unternehmen verarbeitet. Die Palette der pflanzlichen Rohstoffe reicht von Efeu-Blättern für den Hustensaft, Salbeiblättern für die Bonbon-Industrie bis zu Artischockenblättern, deren Inhaltsstoffe sich förderlich auf Galle und Fettabbau auswirken. Geliefert wird aus aller Welt: Rosenwurz aus der Ukraine, Russland und China, Teufelskrallenwurzeln aus Namibia, Zimtrinde aus Sri Lanka, Hibiskusblüten für Tee aus Ägypten …

Die getrockneten Pflanzenteile, die man als Drogen bezeichnet, werden in Anklam für die Pharma-, Lebensmittel-, Aromen-, Kosmetik- und Getränkeindustrie weiter verarbeitet. Für die Verarbeitung zu flüssigen, pastösen oder trockenen Konzentraten investierte die Firma bislang rund 15 Millionen Euro in den Standort, der ursprünglich für die Lakritzherstellung aus Süßholz vorgesehen war.

In die Zukunft sollen 20 Millionen Euro investiert werden

Bis zu 1500 Tonnen Pflanzenmaterial werden pro Jahr in Anklam verarbeitet. Zu den Kunden gehören Unternehmen aus aller Welt, vor allem in Asien und Südamerika, sagt Marketing-Chefin Claudia Pühn. 34 Mitarbeiter haben hier einen Arbeitsplatz gefunden, weitere Einstellungen sind geplant.

Nach Angaben von Geschäftsführer Vahe Pekmez wird für dieses Jahr ein Umsatz von 1,5 Millionen Euro erwartet, dreimal mehr als 2012. „Wir wollen spätestens in zehn Jahren zur weltweiten Top-Liga dieser Branche gehören, investieren deshalb bis 2016 weitere 20 Millionen Euro und schaffen bis zu 30 zusätzliche Jobs.“

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