Bisher 91 tödliche Unfälle:

Zahl der Verkehrstoten im Nordosten steigt wieder

Mecklenburg-Vorpommerns Straßen galten jahrelang als die unfallträchtigsten in ganz Deutschland. Den Ruf ist das Land los, weil die Zahl der Unfälle und - vor allem - die der Unfalltoten kontinuierlich sank. Doch nun zeichnet sich wieder ein Anstieg ab.

Die Gesamtzahl der Verkehrsunfälle nahm 2014 in Mecklenburg-Vorpommern zwar ab, jedoch die Zahl der Verkehrstoten zu.
Bernd Wüstneck Die Gesamtzahl der Verkehrsunfälle nahm 2014 in Mecklenburg-Vorpommern zwar ab, jedoch die Zahl der Verkehrstoten zu.

Auf Mecklenburg-Vorpommerns Straßen hat es wieder mehr Verkehrstote gegeben. Bis Mitte Dezember registrierte die Polizei 91 getötete Verkehrsteilnehmer. Das waren 11 mehr als im gesamten Vorjahr. Mit 80 Todesopfern war 2013 allerdings auch der bislang niedrigste Stand im Nordosten erreicht worden.

Innenminister Lorenz Caffier (CDU) bedauerte, dass sich die positive Entwicklung aus den vorhergehenden Jahren mit rückläufigen Opferzahlen nicht fortgesetzt hat. Eine Trendwende sehe er jedoch nicht. Auch bundesweit zeichne sich für 2014 eine Zunahme der Verkehrstoten ab.

Schwierige Witterung führt zu mehr tödlichen Unfällen

"Wir haben noch keine endgültige Erklärung für die Zunahme der besonders schweren Unfälle. Aber es scheint so, dass schwierige Straßenverhältnisse wie Schnee und Eisglätte die Aufmerksamkeit der Autofahrer besonders erhöhen, sie vorsichtiger fahren", sagte Caffier.

Solche Witterungslagen habe es aber weder zu Beginn, noch jetzt zum Ende des Jahres gegeben. "Das macht möglicherweise leichtsinniger, mit dann zum Teil schwerwiegenden Folgen."

Gesamtzahl der Unfälle nahm 2014 ab

Nach Angaben Caffiers hat sich die Gesamtzahl der Unfälle im Vorjahresvergleich bis Ende November sogar leicht auf knapp 49 000 verringert. Auch die Zahl der Verletzten sei zurückgegangen.

Hauptunfallursachen seien weiterhin unangepasste Geschwindigkeit, Missachtung von Vorfahrtsregelungen und Fahren unter Alkohol. Allerdings sei die Zahl der von betrunkenen Autofahrern verursachten Verkehrsunfälle gegenüber 2013 zurückgegangen.

Weiterhin flächendeckende Verkehrskontrollen geplant

Caffier sagte, dass die Polizei der Verkehrsüberwachung große Aufmerksamkeit schenke und Tempo- sowie Alkoholsündern auf der Spur bleibe. "Trotz aller Personalprobleme werden wir weiterhin eine hohe Kontrolldichte sicherstellen", kündigte der Minister an.

Zudem solle die Präventionsarbeit auf hohem Niveau fortgeführt werden. Gute Erfahrungen mache man mit dem Programm "Crash-Kurs" an Schulen. "Dabei erzählen Rettungssanitäter und Feuerwehrleute von ihren Einsätzen bei schweren Unfällen und Eltern berichten über ihre Empfindungen nach Unfällen ihrer Kinder. Solche Schilderungen machen nachdenklich und ich bin sicher, dass sei bei vielen Jugendlichen auch das spätere Verhalten am Steuer beeinflussen", sagte Caffier.

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