Dunkelfeldstudie:

Zahlreiche Delikte bleiben ohne Anzeige

Eine neue Studie belegt: Fast jeder Zweite in Mecklenburg-Vorpommern ist 2014 Opfer einer Straftat geworden.

Vor allem bei Cyberkriminalität geht kaum ein Betroffener zur Polizei.
Uli Deck Vor allem bei Cyberkriminalität geht kaum ein Betroffener zur Polizei.

In Mecklenburg-Vorpommern werden Hunderttausende Straftaten nicht angezeigt: „Bei jedem 14. Delikt ist das der Fall“, sagte Innenminister Lorenz Caffier (CDU) am Dienstag bei der Präsentation einer sogenannten Dunkelfeldstudie. Vor allem bei Computerkriminalität, Sexualdelikten und häuslicher Gewalt geht demnach kaum ein Betroffener zur Polizei.

Zwischen 98 und 99 Prozent aller Fälle in diesen Bereichen werden der Studie zufolge nicht angezeigt. Ein Grund dafür sei etwa Scham. Opfer würden sich aber auch nicht melden, weil sie die Straftaten als Bagatelldelikte einstuften. Bei der Computerkriminalität betreffe ein Großteil der nicht angezeigten Fälle die Zusendung sogenannter Phishing-Mails. Damit versuchen Kriminelle, Zugangsdaten zu Bankkonten in Erfahrung zu bringen oder Schadsoftware zu verbreiten.

In MV wurde eine Dunkelfeldstudie zum ersten Mal erarbeitet. In die offizielle Polizeiliche Kriminalstatistik gehen nur die Fälle ein, die auch tatsächlich angezeigt wurden. Für die Studie wurden rund 8000 Bürger per Zufallsstichprobe angeschrieben und gebeten, anonym einen Fragebogen auszufüllen. 3170 Menschen meldeten sich zurück.

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