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Zehn Jugendliche mit Großaufgebot aus der Ostsee gerettet

Wegen hoher Wellen und einer gefährlichen Untertströmung galt an den Stränden Usedoms am Montag Badeverbot. Trotzdem gingen die Jugendlichen in die Fluten - mit fatalen Folgen.

dpa/Archiv Ganz so entspannt sah es am Montag nicht an der Ostsee aus. An den Stränden Usedoms galt am Montag wegen hoher Wellen und starker Unterströmung Badeverbot.

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Trotz Badeverbots sind zehn Jugendliche am Montagnachmittag in der Ostsee vor Usedom ins Wasser gegangen und in Not geraten. Die jungen Männer und Frauen mussten von einem Großaufgebot an Einsatzkräften aus dem Wasser gerettet werden, wie der Landkreis Vorpommern-Greifswald mitteilte. Drei der Geretteten kamen ins Krankenhaus.

Auf der Insel herrschte wegen starken anlandigen Winds, hoher Wellen und einer gefährlichen Unterströmung ein Badeverbot. "Unsere Rettungsschwimmer haben die Gruppe vorher sogar extra noch ermahnt, nicht ins Wasser zu gehen", sagt Paul Leidig, Leiter des Rettungsdiensts des Roten Kreuzes in Ostvorpommern, der am Montag selbst vor Ort war. Die Jugendlichen hätten sich aber über das Verbot hinweggesetzt und seien dann in Not geraten. Sie hätten aus eigener Kraft nicht mehr zurück ans Ufer schwimmen können.

Großeinsatz mit zwei Hubschraubern

Zum Glück wurden Strandbesucher auf die Notlage aufmerksam und riefen über eine Notrufsäule die Wasserwacht. "Wir haben dann die Rettungskette in Gang gesetzt und alle verfügbaren Kräfte an den Strand beordert", schildert Leidig die Situation. Mehrere Rettungswagen und zwei Hubschrauber seien im Einsatz gewesen.

Letztlich sorgten rund ein Dutzend Rettungsschwimmer, Sanitäter und auch polnische Rettungskräfte dafür, dass alle zehn Jugendlichen gerettet werden konnten. Sieben von ihnen wurden anschließend ambulant vor Ort versorgt, drei mussten ins Krankenhaus. "Alle haben in Panik Wasser geschluckt und Atemnot bekommen", sagte Leidig. An einen Vorfall dieses Ausmaßes am Strand von Usedom könne er sich nicht erinnern. Die Rettungsschwimmer machten aber immer wieder die Erfahrung, dass Schwimmer trotz Verbots ins Wasser gingen: "Mitunter sogar Familien mit kleinen Kindern."

Erst am Wochenende waren zwei ältere Männer bei Badeunfällen in der Ostsee vor Usedom gestorben. Ein dritter war in kritischem Zustand aus dem Wasser gerettet worden.

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