Rechtsextremismus:

Zehnmal mehr Straftaten gegen Flüchtlingsunterkünfte in MV

Brandsätze, Sachbeschädigung, Bedrohung: Die Polizei kämpft mit einem gravierenden Anstieg der Deliktzahlen. Die Stimmung wird im Internet aufgeheizt.

2014 wurden auf ein Asylbewerberheim in Groß Lüsewitz bei Rostock zwei Brandsätze geworfen.
Jens Büttner 2014 wurden auf ein Asylbewerberheim in Groß Lüsewitz bei Rostock zwei Brandsätze geworfen.

Die Zahl der rechtsextremistischen Straftaten gegen Flüchtlingsunterkünfte hat sich nach einer vorläufigen Statistik binnen Jahresfrist fast verzehnfacht: Zählten die Sicherheitsbehörden im Jahr 2014 lediglich fünf solcher Delikte, waren es 2015 schon 48. Das sagte eine Sprecherin des Innenministeriums in Schwerin auf Nachfrage des Nordkurier. Bei den meisten Straftaten, die in einem Zusammenhang mit Flüchtlings- und Asylbewerberunterkünften stehen, handele es sich um Sachbeschädigung, Volksverhetzung, Bedrohung, Beleidigung und das Verwenden verfassungswidriger Symbole.

Gezählt wurden 2015 auch sechs Brandstiftungen – zwei an Wohnhäusern, drei an geplanten Asylbewerberunterkünften und eine in unmittelbarer Nähe einer Unterkunft. Dort wurden ein Sperrmüllhaufen und eine Mülltonne entzündet. Personen wurden nicht verletzt. Laut der Sprecherin wurden bislang in 17 Fällen 30 Tatverdächtige ermittelt. Für viele Verfahren dauerten die Ermittlungen noch an. Vor allem Rechtsextremisten nutzten die Flüchtlingssituation für ihre Propaganda und begehen politisch motivierte Straftaten, schätzte die Sprecherin ein.

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Kommentare (2)

http://www.polizei.mvnet.de/cms2/Polizei_prod/Polizei/de/oeff/Pressemitteilungen/Aktuelle_Pressemitteilungen/index.jsp?&pid=98605

Sehr geehrter nbdietrich, was wollen Sie mit dem Link zur Kriminalitätsstatistik 2014 sagen? Über die politisch motivierten Straftaten haben wir damals auch berichtet. Sie finden den Link hier: http://www.nordkurier.de/mecklenburg-vorpommern/vorpommern-bleibt-hochburg-rechter-straftaten-1414872605.html. Mit freundlichen Grüßen, Oliver Wunder, Nordkurier-Redaktion