:

Zempiner Ersatzkiosk bleibt geschlossen - keine Betriebserlaubnis

Es sollte den Neuanfang nach der Sturmflut symbolisieren: Die Inbetriebnahme eines Ersatzkiosks an der Ostseeküste von Zempin mit Wirtschaftsminister Harry Glawe (CDU). Nun stellt sich heraus, der Imbiss hat bislang keine Betriebserlaubnis.

Da hatten sie noch gut lachen: Kioskbetreiberin Petra Hofmann überreichte am vergangenen Donnerstag Wirtschaftsminister Harry Glawe (CDU) eine Bratwurst.
Stefan Sauer/Archiv Da hatten sie noch gut lachen: Kioskbetreiberin Petra Hofmann überreichte am vergangenen Donnerstag Wirtschaftsminister Harry Glawe (CDU) eine Bratwurst.

Vor einer Woche biss Wirtschaftsminister Harry Glawe (CDU) am Imbiss von Petra Hofmann noch beherzt in eine Bratwurst. Die Inbetriebnahme des Ersatzkiosks an der Küste von Zempin (Insel Usedom) unmittelbar vor dem Osterfest und zum Start der Tourismussaison in Mecklenburg-Vorpommern sollte den Neustart nach der schweren Ostsee-Sturmflut von Anfang Januar symbolisieren. Doch der Imbisswagen, den die Gemeinde als Ersatz für den vor drei Monaten zerstörten Kiosk an der Zempiner Steilküste angemietet hatte, bleibt vorerst geschlossen.

Grund: Der Landkreis Vorpommern-Greifswald hat bislang keine Betriebserlaubnis erteilt. "Aus fachlicher Sicht bestehen Mängel, die vor einer Eröffnung noch beseitigt werden müssen", sagte Anke Radlof, Mitarbeiterin der Pressestelle, am Donnerstag. Mitarbeiter der Lebensmittelkontrolle hätten ein undichtes Dach festgestellt. Zudem fehle eine feste Stromleitung – mit der Folge, dass nach Betriebsschluss die Stromzufuhr unterbrochen sei. Kühleinrichtungen müssten aber dauerhaft angeschlossen sein, sagte die Sprecherin.

Minister-Bratwurst kam aus der heimischen Pfanne

Bei der schweren Sturmflut Anfang Januar war der ursprüngliche Kiosk, der direkt an der Steilküste stand, zerstört worden. Die Gemeinde Zempin hatte nun vor Ostern den Imbisswagen als vorrübergehendes Provisorium angemietet, um die Zeit bis zur Anschaffung eines großen Imbisswagens im Juni zu überbrücken. Seinen Platz fand der Ersatzkiosk am Promenadenplatz. Am vergangenen Donnerstag wurde er eröffnet.

Weil die Abnahme durch die Lebensmittelkontrolle noch fehlte, sei der Imbiss nur symbolisch eröffnet worden, sagte Imbissbetreiberin Petra Hofmann. "Die Bratwurst für den Minister habe ich in meiner eigenen Pfanne gebraten, die ich von zu Hause mitgebracht habe."

Das Wirtschaftsministerium, in dessen Pressemitteilung vor einer Woche von einer Inbetriebnahme des Kiosks die Rede war, verwies an den Landkreis, der für die Betriebserlaubnis zuständig sei. "Für die letzten Hürden werden sicherlich schnell Lösungen vor Ort gefunden werden", sagte Sprecher Gunnar Bauer. Der Gemeinde sei zu danken, dass sie so schnell einen Wagen organisiert habe.

Betreiberin hofft auf Eröffnungstermin Anfang Mai

Nach Angaben des Amtes Usedom-Süd soll der Schaden am Dach des Imbisswagens bis Freitag repariert werden. Möglicherweise habe sich beim Transport des Wagens von Berlin nach Usedom ein Riss gebildet, sagte der Leitende Verwaltungsbeamte René Bergmann. Das bestätigte auch der Berliner Vermieter des Imbisswagens, Axel Schmidt. Er kündigte eine zügige Reparatur an.

Die Kritik an einer fehlenden dauerhaften Stromzuführung ist nach Angaben des Amtes allerdings ungerechtfertigt. Die Zuführung des Stromes sei 24 Stunden am Tag gewährleistet, sagt Amtsleiter Bergmann.

Imbisswagen-Betreiberin Hofmann hofft nun auf eine zügige Behebung der Mängel - bis 1. Mai will sie eröffnen. Dafür sieht sie den Besitzer des Imbisswagens in der Verantwortung. "Das ist nicht meine Aufgabe", sagt Hofmann. Vom Kreis hieß es, dass die zuständige Lebensmittelkontrolleurin den Imbisswagen nach der Beseitigung der Mängel erneut überprüfen werde. "Wenn dabei alles in Ordnung ist, steht einer Eröffnung aus unserer Sicht nichts im Wege."

Weiterführende Links