Nach Mord an Joggerin:

Zeugin beschreibt Verdächtigen als aggressiv

Der gewaltsame Tod einer Joggerin aus Lübeck hat im Sommer die Menschen im Norden erschüttert. Nun läuft der Prozess gegen den Tatverdächtigen, der nach Zeugenaussagen seine Wut nicht kontrollieren konnte.

Bisher sind Verhandlungstage bis zum 20. Januar 2014 geplant.
dpa Bisher sind Verhandlungstage bis zum 20. Januar 2014 geplant.

Im Prozess um den gewaltsamen Tod einer Joggerin aus Lübeck hat eine Zeugin den Angeklagten als aggressiv und eifersüchtig beschrieben. „Die Kinder haben viele Schläge gekriegt“, sagte die 62-Jährige am Mittwoch vor dem Schweriner Landgericht. Der 46-Jährige, dem Mord und sexuelle Nötigung vorgeworfen werden, soll die Kinder auf einen Pfiff hin antreten lassen haben, um ihnen die Bestrafung zu verpassen. „Das war nicht nur ein Klaps“, sagte die Frau, deren Tochter mit dem Angeklagten vier Kinder hat.

Meist nichtige Anlässe für Strafaktionen

Da der aus Lübeck stammende Mann die Aussage verweigert, hat das Gericht zahlreiche Zeugen geladen, die Angaben zu seiner Persönlichkeit machen können.

Meist seien die Anlässe für die Strafaktionen nichtig gewesen, sagte die 62 Jahre alte Zeugin. Einmal habe ein Kind ein Glas fallen lassen, einmal ein anderes nicht aufgeräumt. Eines ihrer Enkelkinder sei durch eine Ohrfeige durch das Zimmer geflogen. Der Mann sei aber auch mit den Kindern spazieren gegangen oder habe ihnen Geschenke mitgebracht. Auf die Frage der psychiatrischen Sachverständigen, ob er seine Kinder geliebt habe, zögerte die Zeugin. „Ich weiß es nicht“, antwortete sie. „Vielleicht auf seine komische Art.“

Kinder leiden unter dem Geschehen

Die Kinder, die seit der Festnahme des Vaters in Heimen oder bei Pflegefamilien leben, leiden nach den Aussagen der Großmutter unter dem Geschehen und unter der Trennung von der Familie. Sie schildert den Lebensgefährten ihrer Tochter auch als eifersüchtig, obwohl er dazu ihrer Meinung nach keinen Grund gehabt habe. Er habe einmal - so habe es ihre Tochter berichtet - aus Wut eine Tür mit der Faust kaputt geschlagen. Dabei sei er eigentlich ein eher stiller und Fremden gegenüber zurückhaltender Mensch.

Der Anklage zufolge soll der Mann die Joggerin am 7. Juli am ehemaligen Grenzstreifen im Kreis Nordwestmecklenburg überfallen haben, um sich an ihr zu vergehen. Als sich die 29-Jährige wehrte, soll er sie erstochen haben.

In der kommenden Woche will das Gericht am letzten Prozesstag in diesem Jahr einen Bruder der Lebensgefährtin als Zeugen hören. Bisher sind Verhandlungstage bis zum 20. Januar 2014 geplant.

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