Tiernachwuchs überlebt:

Zoo päppelt seltenen Schnabeligel mit der Hand auf

Bei Sensationsmeldungen aus Zoos handelt es sich meist um Raubtiere oder Menschenaffen. Aber auch kleine Tiere können eine Besonderheit darstellen - das zeigt der gerade mal 600 Gramm schwere Neuguinea-Schnabeligel im Rostocker Zoo.

Schnabeligel in Rostock
Jens Büttner Dem Rostocker Zoo ist es gelungen, den zu Jahresbeginn geborenen Kurzschnabeligel "Harapan" mit der Hand aufzuziehen, nachdem seine Mutter verstorben ist. Die Aufzucht kleiner Schnabeligel in Zoos gelingt weltweit nur sehr selten.

Dem Rostocker Zoo ist es erstmals gelungen, einen Neuguinea-Schnabeligel mit der Hand aufzuziehen. Das zu Beginn dieses Jahres geschlüpfte Tier namens "Harapan" habe Anfang des Monats zum ersten Mal feste Nahrung zu sich genommen, sagte Kuratorin Antje Zimmermann am Dienstag. Schnabeligel gehören zu den Ursäugern, die sowohl Merkmale von Reptilien als auch von Säugetieren haben. Die Tiere legen Eier, der Nachwuchs wird aber gesäugt.

Tod der Mutter machte Handaufzucht nötig

Im April war Mutter Tiffy gestorben, was die Handaufzucht notwendig machte. Diese gelang mit Hilfe von Experten aus mehreren Ländern, nach Angaben des Zoos weltweit erstmalig. Bei der ersten Gewichtskontrolle am 21. März hatte das Tier ein Gewicht von 177 Gramm, inzwischen wiege es 610 Gramm.

Ausgewachsen werden die Neuguinea-Schnabeligel 2,5 bis 3 Kilogramm schwer. Die Nahrung besteht aus einer Mischung aus Hundeaufzuchtmilch, Katzenfutter und Termant, einem Alleinfuttermittel für Ameisenbären und Erdferkel.

Der Zoo hatte das Jungtier "Harapan" getauft, was auf Indonesisch Hoffnung bedeutet. Äußerlich ähneln Schnabeligel dem einheimischen Igel, die Arten sind aber nicht miteinander verwandt.

 

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