Lohnrückstand:

Zu wenig Geld für gleiche Arbeit: MV holt einfach nicht auf

Die Debatte um bessere Löhne in Mecklenburg-Vorpommern könnte zu einem der Hauptthemen im bevorstehenden Wahlkampf werden. Der Konflikt ist noch lange nicht gelöst, wie neue Daten zeigen.

Streikende Postmitarbeiter demonstrieren in Rostock für mehr Lohn. Diese Forderungen könnte ein wichtiges Thema im kommenden Landtagswahlkampf werden.
Jens Büttner/Symbolbild Streikende Postmitarbeiter demonstrieren in Rostock für mehr Lohn. Diese Forderungen könnte ein wichtiges Thema im kommenden Landtagswahlkampf werden.

Es geht nach oben doch es reicht nicht. Die jüngsten Daten zur Lohnentwicklung in Mecklenburg-Vorpommern zeigen nach Ansicht der Linken den noch immer großen Nachholbedarf im Land. Dazu gehöre, dass Arbeitnehmer im Nordosten trotz Lohnzuwächsen im vorigen Jahr mit 25 828 Euro im Schnitt noch immer ein Fünftel weniger verdienten als ihre Kollegen im bundesweiten Vergleich. "Ministerpräsident Erwin Sellering (SPD) sollte daher endlich aufhören, die Entwicklung des Landes in rosaroten Farben zu malen", erklärte der Vorsitzende der Linksfraktion im Landtag, Helmut Holter.

MV weit vom Bundesniveau entfernt

Der Oppositionspolitiker verwies auf Antworten der Landesregierung auf eine Kleine Anfrage seiner Fraktion zur "sozioökonomische Entwicklung in MV". Daraus geht hervor, dass Mecklenburg-Vorpommern 2015 unter den Flächenländern mit 10,4 Prozent erneut die höchste Arbeitslosenquote hatte. Mit 14,3 Prozent war die Quote der Hartz-IV-Bezieher nach Sachsen-Anhalt am zweithöchsten. Mit 42 Prozent erreichte der Anteil der Beschäftigten in tarifgebundenen Betrieben einen Tiefpunkt und den niedrigsten Wert aller Bundesländer. Bundesweit liegt diese Quote bei 58 Prozent.

Auch Sellering hatte bei der Vorstellung des SPD-Wahlprogramms darauf verwiesen, dass die Stärkung der Wirtschaft und die Anhebung des Lohnniveaus auch künftig zu den wichtigsten Aufgaben gehören. "Die Einführung des gesetzlichen Mindestlohns hat schon einiges in Bewegung gesetzt. Wir müssen jetzt aber weiterkommen. Denn nur mit konkurrenzfähigen Löhnen werden unsere Unternehmen die benötigten Fachkräfte bekommen", sagte Sellering.