Hintergründe noch unklar:

Zwei versuchte Entführungen in MV

Mehrfach haben unbekannte Täter in den vergangenen Tagen versucht, Menschen in Mecklenburg-Vorpommern zu entführen. Besonders brutal war der Angriff auf eine 29-Jährige.

Im Fall der Greifswalder Studentin konnte die Polizei neue Informationen zur Personenbeschreibung herausgeben.
Christian Charisius Im Fall der Greifswalder Studentin konnte die Polizei neue Informationen zur Personenbeschreibung herausgeben.

Gleich zweimal haben unbekannte Täter in Mecklenburg-Vorpommern seit Freitag versucht, Menschen zu entführen. Eine 29-Jährige wurde dabei in Greifswald schwer verletzt. Einen Zusammenhang zwischen den einzelnen Taten gebe es aber wahrscheinlich nicht, sagte ein Polizeisprecher am Sonntag.

Bei dem Überfall auf die 29-jährige Studentin in Greifswald versuchte ein auf 25 bis 30 Jahre alt geschätzter Mann, die Frau in den Kofferraum eines Autos zu zerren. Die Frau konnte sich bei dem Übergriff am Samstagabend auf einem Weg entlang der Bahngleise losreißen und weglaufen. Zusammen mit einer 66-jährigen Greifswalderin ging sie nach dem Entführungsversuch zur Polizei, von dort aus kam sie in ein Krankenhaus. Mittlerweile hat die Polizei eine Täterbeschreibung herausgegeben. Der Tatverdächtige ist zwischen 30 und 40 Jahren alt, zwischen 180 und 185 Zentimetern groß, von normaler Statur, hat blaue Augen und einen Dreitagebart. Er ist mit einer olivegrünen Fleece-Jacke und einer grau-beigen Mütze bekleidet gewesen.

Täter mit einem blauen Auto unterwegs

Die Kriminalpolizei ermittelt wegen versuchten Totschlags und Freiheitsberaubung. Sie bittet um Hinweise auf den Täter, der mit einem blauen Auto unterwegs gewesen sein soll. Warum die schwer verletzte Frau nach der Tat zuerst zur Polizei anstatt ins Krankenhaus ging, war zunächst unklar.

Bereits am Freitag hatte in Plüschow (Kreis Nordwestmecklenburg) ein Unbekannter versucht, ein zehnjähriges Mädchen in sein Auto zu ziehen. Laut Polizei war das Mädchen mit einer gleichaltrigen Freundin auf dem Weg zum Schloss in Plüschow, als der Unbekannte zunächst an ihnen vorbeifuhr. Anschließend habe er sein Fahrzeug gewendet, rief das Kind zu sich und versuchte dann sofort, es in das Auto zu ziehen. Das Mädchen warf sich zu Boden und rief laut um Hilfe. Nachdem die Freundin hinzukam, ließ der etwa 20 bis 30 Jahre alte Täter von dem Kind ab und flüchtete.

Polizeit bittet um Mithilfe

Die Polizei ermittelt in dem Fall wegen versuchter Freiheitsberaubung. Nach ersten Zeugenhinweisen geht die Polizei davon aus, dass der Täter mit einem nicht in Mecklenburg-Vorpommern zugelassenen Van unterwegs gewesen war - Teile des Kennzeichens seien nun bekannt. Die Polizei bittet jedoch weiterhin um Hinweise. Einen Bericht, wonach der Fall unmittelbar vor der Aufklärung stehe, konnte ein Polizeisprecher am Sonntag nicht bestätigen.

Rätsel gibt der Polizei zudem ein Vorfall in Dummerstorf (Kreis Rostock) auf. Dort hatten gleich zwei unbekannte Täter versucht, einen 15-Jährigen festzuhalten. Was die Männer von dem Jugendlichen am Freitagmittag wollten, konnte die Polizei am Sonntag nicht sagen. Der Jugendliche rannte vor den beiden Männern weg, die ihn verfolgten. Auch in dem Zusammenhang bittet die Polizei um Hinweise auf die mutmaßlichen Täter, die mit einem schwarzen Mercedes-Benz Vito mit getönten Scheiben unterwegs gewesen sein sollen. Bereits am Vorabend sei ein auffälliger weißer Kastenwagen am Tatort gesehen worden. Ein mutmaßlicher Entführer hat sich am Montag bei der Polizei gemeldet. Er konnte glaubhaft versichern, dass er den Jungen nicht in seine Gewalt bringen wollte. Die Ermittlungen sind jedoch noch nicht abgeschlossen und die genauen Hintergründe der Tat nicht geklärt.

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