Tausende Feiglinge machen sich davon:

Zwei von drei Fahrerfluchten bleiben ungestraft

Während die Aufklärungsquote in MV stagniert, kann Schleswig-Holstein einen Rekord feiern.

Eine Beule im Auto und der Verursacher ist weg - nur jeder dritte Flüchtige wird erwischt.
Martin Gerten Eine Beule im Auto und der Verursacher ist weg - nur jeder dritte Flüchtige wird erwischt.

Es sollte der teuerste Fahrfehler ihres Lebens werden. Annegret S. hatte parallel zum Gehweg geparkt. Beim eiligen Anfahren berührt die Front-Stoßstange ihres Autos das Heck eines Kleinwagens. Im Glauben, dass da nichts passiert sein kann, fährt die Frau davon. Knapp anderthalb Stunden später klingeln zwei Polizisten an ihrer Haustür. Sie ermitteln wegen „unerlaubten Entfernens vom Unfallort“, eine Straftat nach Paragraf 142 Strafgesetzbuch. Eine Zeugin hatte Anzeige erstattet. Anderthalb Monate später kommt Post vom Amtsgericht: Die Geldstrafe fällt vierstellig aus. Hinzu kommen Reparaturkosten für einen Kratzer am anderen Wagen sowie die Höherstufung der Kfz-Versicherung. Alles wäre besser gewesen als so viel Ärger.

Die Wahrscheinlichkeit, bei Unfällen beobachtet zu werden, ist in den vergangenen Jahren gestiegen, schon weil immer mehr Menschen Handys mit Kamerafunktion bei sich tragen und jedes Ereignis dokumentieren können. Die Polizei in Schleswig-Holstein konnte zu Jahresbeginn mit der Erfolgsmeldung auftrumpfen, dass zuletzt fast jeder zweite Unfall mit Fahrerflucht aufgeklärt wurde. In Mecklenburg-Vorpommern sind es laut Innenministerium nur gut ein Drittel der Straftaten. „Deutlich mehr Tatverdächtige werden ermittelt, wenn Personen zu Schaden gekommen sind“, hieß es.

Die Zahl der Unfälle mit Fahrerflucht blieb hierzulande unverändert, anders als in Schleswig-Holstein, wo sie gesunken ist. Das Polizeipräsidium Neubrandenburg hat die ersten drei Quartale 2013 mit denen 2012 verglichen. Fazit: „Es kann weder von einer Zunahme noch eine Abnahme der angezeigten Straftaten gesprochen werden“, erklärte der Polizeisprecher. Das Gleiche gilt demnach für die Aufklärungsquote. Bis Ende September 2013 wurden im Polizeipräsidium Neubrandenburg 3117 Unfälle mit Fahrerflucht, zumeist „Parkplatzrempler“, registriert und 1079 Tatverdächtige überführt, was einer Aufklärungsquote von 34,6 Prozent entspricht. Im gleichen Zeitraum 2012 waren es 3133 Fahrerfluchten, 1128 Tatverdächtige und eine Quote von 36 Prozent.

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