Ausstellung:

100 Jahre Güstrower Geschichte hautnah erlebt

Güstrow hat sein 20. Jahrhundert und das Interesse an der neuen Dauerausstellung im Stadtmuseum ist groß.

Eva und Dieter Sievert lauschen Schlagern, die aus der Musikbox kommen. Foto: Christian Menzel
Christian Menzel Eva und Dieter Sievert lauschen Schlagern, die aus der Musikbox kommen. Foto: Christian Menzel

„So viele Leute waren wohl noch nie im Museum“, staunte Arne Schuldt. Der Bürgermeister der Barlachstadt eröffnete im Stadtmuseum die neue Dauerausstellung „Güstrow im 20. Jahrhundert“. Und gleich nach einer Einführung durch den Historiker Klaus-Dieter Hoppe hatte sich eine lange Schlange vor dem neuen Ausstellungsraum gebildet.

Auf einer Ausstellungsfläche von lediglich 63 Quadratmetern gibt es nun Güstrower Geschichte aus über 100 Jahren zu erleben. Die Präsentation setzt ein im Großherzogtum Schwerin als Mitglied des Deutschen Kaiserreichs, geht weiter über die Weimarer Republik, das Dritte Reich, die sowjetische Besatzungszone, die DDR-Zeit und endet bei der friedlichen Revolution 1990. „Aus diesen bewegten Zeiten haben wir uns auf die Themen konzentriert, die die Geschicke und die Geschichte unserer Stadt und ihrer Menschen bestimmt haben“, sagte Kunsthistorikerin Iris Brüdgam, die neben dem Historiker Hoppe und dem Gestalter Klaus-Dieter Steinberg der für die Ausstellung gebildeten wissenschaftlichen Arbeitsgruppe angehörte. In einer zweiten ehrenamtlichen Arbeitsgruppe engagierten sich Güstrower Bürger wie Christel Sievert, Ulrich Schirow, Dieter Kölpien, Gernot Moeller und andere.

Herzstück der Präsentation sind fünf Multimedia-Stationen, an denen der Besucher über 700 historische Fotos sowie Filmausschnitte aus dem Fundus des Stadtmuseums vorfindet. Darüber hinaus erzählen über 500 Exponate die Geschichte Güstrows. Das Spektrum reicht dabei von Orden und Ehrenzeichen über Pionier- und FDJ-Bluse bis hin zur funktionstüchtigen Musik-Box aus den 50er-Jahren, die in der Milchbar gegenüber dem Kaufhaus „Magnet“ gespielt hatte und am Eröffnungstag ständig dicht umlagert war.

Nachdem erste Ideen für die Planung der neuen Dauerausstellung schon vor zehn Jahren, als das Stadtmuseum sein Domizil auf dem Franz-Parr-Platz 10 bezogen hatte, aufgekommen waren, setzte die Planung für das Vorhaben 2009 ein. Ab 2010 wurde es umgesetzt. Die Kosten bezifferte Bürgermeister Schuldt mit 257 000 Euro, wovon das Land 75 000 Euro beisteuerte.

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