Ideen gegen Verkehrslärm gesucht:

12 000 Fahrzeuge täglich

Die Stavenhagener Einwohner sollen mitreden, wo und wie der Verkehrslärm an den beiden Bundesstraßen in der Stadt eingedämmt werden kann. Denn es kracht mächtig. Grenzwerte werden überschritten.

Mächtig viel Verkehr rollt jeden Tag durch die Reuterstadt. Das ist nicht nur voll, sondern vor allem laut. Foto: E. Kruse
E. Kruse Mächtig viel Verkehr rollt jeden Tag durch die Reuterstadt. Das ist nicht nur voll, sondern vor allem laut.

Lärmschutzwände? Die kann man wohl schlecht an der Ortsdurchfahrt in Stavenhagen aufstellen. Weder an der Schultetusstraße, noch am Scheunenweg, Franzosenweg oder Amtsbrink. Die Wände würden den Blick zu Schloss, Kirche und Häusern versperren. In den Häusern an der B 104 und B 194 wäre es ziemlich finster. Und die Laster- und Pkw-Fahrer würden sich vor lauter Wänden vorkommen wie auf einer Autobahn.

Und doch wären solche Lärmschutzwände notwendig. Das zeigt sich im Lärmaktionsplan, die die Stavenhagener Stadtverwaltung entsprechend dem Bundesimmissionsschutzgesetz gerade erstellt.

Besonders laut zwischen den Kreuzungsampeln auf der B 104

Denn danach ist die Lautstärke, mit der die Anwohner tagtäglich leben müssen, ziemlich ohrenbetäubend. Besonders hoch ist der Krach zwischen den drei Kreuzungsampeln auf der B 104. Zwischen Postkreuzung, Amtsbrink und Treptower Kreuzung seien jeden Tag durchschnittlich 12 000 Fahrzeuge unterwegs, so Bauamtsleiter David Schacht. Die Spitzenwerte könnten also weit darüber liegen.

Wenn so eine Blechkarawane an den Wohnhäusern vorbei donnert, bringt das auch viel Lärm. In dem genannten Bereich werden nachts die Grenzwerte von 62 Dezibel überschritten. Sie schwanken zwischen 60 und 65 Dezibel, weiß David Schacht. Genauso am Tage: Hier ist es zwischen „Treptower“ Kreuzung und Postkreuzung lauter als 72 Dezibel. Messungen ergaben Werte zwischen 70 und 75 Dezibel. Direkt betroffen sind 149 Stavenhagener, die an der Straße wohnen. Dementsprechend rot ist die Lärmkarte für diesen Abschnitt der B 104. Doch Lösungen für eine schnelle und dauerhafte Lärmminderung zu finden, ist schwierig.

Ortsumgehung kann noch Jahre dauern

Denn bis die geplante Ortsumgehung zwischen Basepohl und dem westlichen Ortsausgang gebaut wird, können Jahre ins Land gehen. Es ist noch nicht einmal klar, ob der Bund sie überhaupt baut. Doch die Stadt setzt große Hoffnungen darauf. Denn mit dieser halben Ortsumfahrung werde ein Großteil des Schwerlastverkehrs aus der Stadt verbannt.

Kurzfristig könnten eher kleinere Maßnahmen helfen. David Schacht zählt da die regelmäßige Straßeninstandhaltung auf, um Schlaglöcher zu beseitigen. Die Scheunenstraße (B 104) könnte eine neue Asphaltdecke vertragen. Denn dort gebe es für ihn den schlechtesten Asphalt auf den Bundesstraßen in der Reuterstadt. „Vielleicht könnten auch die Ampeln noch besser geschaltet werden“, meinte er. Damit der Verkehr nicht so oft stoppen muss. Einen sogenannten „Flüsterasphalt“ könne das Straßenbauamt innerstädtisch nicht aufbringen. Und auch Schallschutzwände seien an Ortsdurchfahrten auszuschließen.

30 km/h für Laster in der Stadt?

David Schacht hofft vor allem auf 30 km/h für Laster in der Stadt. Der Antrag laufe bereits. Der Landkreis Mecklenburgische Seenplatte müsse noch grünes Licht geben. „Von den 30 km/h würden etwa 1000 Einwohner profitieren“, schätzt der Bauamtsleiter. Mit der Ortsumgehung würden etwa 500 Menschen vom Lärm etwas entlastet.

Der Plan mitsamt der Lärm-Lösungen soll nun für alle Bürger ausgelegt werden. Die Verwaltung erhofft sich weitere Ideen von den Stavenhagenern. David Schacht betont aber auch, dass das Bauamt nicht nur auf den lautesten Bereich zwischen den Ampeln schaut. „Wir wollen noch einen Schritt weiter gehen und alle Bundesstraßen in der Stadt einbeziehen.“ Denn auch hier sei der Verkehrslärm nicht viel kleiner.

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