Zerstörungswut:

An Laternen-Masten tobt ein aggressiver Wahlkampf

So schlimm war es wohl noch nie: Gleich straßenweise werden in der Region Plakate zerstört. Die Polizei nimmt die Vorfälle ernst. Und konnte auch schon einige Täter ermitteln.

Vandalisten haben in der Stavenhagener Straße in Malchin ganze Arbeit geleistet.
Eckhard Kruse Vandalisten haben in der Stavenhagener Straße in Malchin ganze Arbeit geleistet.

Dieser Wahlkampf ist alles andere als harmlos. Es vergeht kaum eine Nacht, in der nicht in irgendeiner Straße in der Region Plakate mit den Kandidaten zu Boden gerissen, beschmiert oder sogar zerstört werden. An den Wochenenden ist es ganz besonders schlimm. Gerade war die Stavenhagener Straße von Malchin wieder mal an der Reihe.

Lothar Soldwisch, CDU-Stadtvertreter in Malchin, schüttelt nur den Kopf über solche Unholde: „Mit einem fairen Wahlkampf hat das nichts mehr zu tun“, sagt er. Er selbst habe schon umgestoßene Schilder des CDU-Direktkandidaten wieder aufgestellt. Und er sei erschrocken über das Ausmaß der Zerstörung am Wochenende.

Landesweit schon 160 Anzeigen

In den meisten Fällen sammelt der Stadtbauhof die zu Boden gerissenen Wahlkämpfer wieder auf und entsorgt die Plakate. In Gnoien werden sie noch eine Weile aufgehoben. Kann ja sein, dass die Parteien die Wahlwerbung noch einmal zurückbekommen wollen.

Ansonsten wurden in der Regel Werbefirmen beauftragt, die die Plakate aufstellen und zerstörte Schilder auch wieder einsammeln.

Landesweit seien in diesem Wahlkampf bisher fast 160 Anzeigen in puncto Wahlplakate eingegangen. Dabei landen noch längst nicht alle Taten auf den Schreibtischen der Polizei. Auch weil sich die Parteien wenig Hoffnung auf Aufklärung machen. Zu Unrecht, wie eine Nachfrage beim Landeskriminalamt ergibt. Für ein knappes Viertel der Fälle konnten bisher Täter ermittelt werden. „Die Quote wird sicher noch steigen. Schließlich sind viele Anzeigen erst wenige Tage alt“, sagt Polizeisprecher Michael Schuldt.

Plakate werden sogar in Brand gesteckt

Noch ernster nimmt die Polizei Vorfälle, wo versucht wird, Wahlplakate in Brand zu setzen, wie in der vorigen Woche in Teterow geschehen. „Das ist ein schweres Kaliber“, steht für Dirk Höhlein, den Leiter des Polizeireviers Teterow, außer Frage. Glücklicherweise sei das Feuer erloschen, ehe die Flammen sich  ausbreiten konnten. Abgerissene Plakate auf die Straße zu werfen sei unter strafrechtlichem Aspekt ebenfalls krimineller als einfache Sachbeschädigung. Hier kommt die Gefährdung des Verkehrs erschwerend dazu.

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