Nach Sondereinsatz der Polizei:

Anwohner berichten: Häufiges Drogentreiben

Wie lebt es sich mit mutmaßlichen Drogenhändlern im Stavenhagener Neubaugebiet? Die Gefühlslage der Nachbarn bewegt sich zwischen Angst und Gelassenheit.

Das Leben in der Geschwister-Scholl-Straße geht an Wochenende seinen gewohnten Gang. Christian Barkow hilft einem bekannten beim Einziehen in seine größere Wohnung.
Eckhard Kruse Das Leben in der Geschwister-Scholl-Straße geht an Wochenende seinen gewohnten Gang. Christian Barkow hilft einem bekannten beim Einziehen in seine größere Wohnung.

Die Sonne schien am Wochenende auf die Geschwister-Scholl-Straße in Stavenhagen, als sei nichts gewesen. Keine Spur mehr vom bewaffneten Sondereinsatz der Polizei am Donnerstag, als die Kripo zwei Wohnungen in der Straße nach Drogen durchsuchte. Anwohner saßen auf ihren Balkonen und saugten die letzten warmem Sonnenstrahlen in sich auf. Das Leben ging seinen gewohnten Gang.

Doch in den Köpfen der Anwohner rumorte es kräftig. „Es ist ein komisches Gefühl. Man kriegt schon Angst“, sagte eine Anwohnerin mit Blick auf die zweifelhafte Nachbarschaft, der Drogenhandel vorgeworfen wird.

Eine weitere Nachbarin in dem Wohngebiet hatte gar die maskierten und bewaffneten Polizisten gesehen, als sie am Donnerstag durch die Geschwister-Scholl-Straße ging. „Ich dachte, dass es in der Gesamtschule einen Bombenalarm gibt“, erzählte sie. Mit Hunden und Maschinenpistolen seien die Sicherheitskräfte in die Häuser marschiert. Dort hat die Kripo einen Mann festgenommen, einen weiteren Verdächtigen zu Verhören abgeführt (der Nordkurier berichtete). Auch diese Stavenhagenerin wunderte sich über Drogenhandel in der Reuterstadt. Dennoch fühlt sie sich sicher.

Andere Straßenbewohner vermuteten seit Langem, dass vor allem in einer Wohnung nicht alles mit rechten Dingen zugeht. „Dort gehen Tag und Nacht Leute ein und aus.“ Auch das Licht werde in der besagten Wohnung kaum ausgeschaltet. Dann noch das „dicke“ Auto vor der Tür.

Eine weitere Anwohnerin wusste sogar, dass die Familie es nicht wahr haben will, dass ihr Sohn offenbar mit Drogen handelt und ihn immer weiter unterstützt. Sie sei schon ziemlich froh, dass er jetzt hinter Gittern sitzt und keine Drogen mehr vertreiben kann.

Es ist wohl aber nicht die erste Hausdurchsuchung in dem Wohngebiet. Der eine der 26 und 27 Jahre alten Tatverdächtigen sei schon einmal von der Polizei aufgesucht worden. „Wenn er dann daraus nicht schlau wird, kann man ihm auch nicht mehr helfen“, sagte ein Nachbar.

Die Behörden ermitteln indes weiter in dem Fall.

 

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