Störender Straßenlärm:

B 194: Jürgenstorfer wehren sich gegen Lkw-Lärm

Die Anwohner der Bundesstraße sammeln Unterschriften. Sie fordern eine neue Asphaltdecke und ebene Schachtdeckel. Sie sind genervt von dem enormen Schwerlastverkehr, der laut ist und ihre Häuser vibrieren lässt.

Dieser und andere Abwasserschächte bringen die Anwohner der Warener Straße in Jürgenstorf zur Verzweiflung.
Eckhard Kruse Dieser und andere Abwasserschächte bringen die Anwohner der Warener Straße in Jürgenstorf zur Verzweiflung.

„Das ist ein Geknalle.“ „Die Gläser klirren im Schrank.“ „Das Fernsehen können wir vergessen.“ „Das ist keine Wohnqualität.“ Solche und viele ähnliche Statements geben derzeit die Anwohner der B 194 im Unkel-Bräsig-Dörp Jürgenstorf ab. Sie sind sauer, genervt und ziemlich am Ende mit ihrer Geduld. Die Anwohner können und wollen es nicht mehr ertragen, was ihnen da zugemutet wird. Tag und Nacht donnert Schwerlastverkehr mit viel Lärm und Vibrationen durch das Dorf.

Ex-Bürgermeister Wolf Schrader, der an der B 194 wohnt, weiß, dass sich kaum ein Lasterfahrer an die vorgeschriebenen 50 km/h hält und die Geschwindigkeit vor allem nachts immer weiter zunimmt. In der Nacht wird das Dauerbrummen zur Qual. Die Anwohner schrecken aber insbesondere aus dem Sesseln oder ihren Betten hoch, wenn unbeladene Lkw mit Auflieger mal wieder über einen Deckel eines Abwasserschachts mitten auf dem Straßenasphalt gekachelt sind. Das knallt. Schrader kennt auch die Ursache. Die Asphaltdeckel sind nicht eben verlegt. Und wenn unbeladene Auflieger darüber fahren, knallen die Anhänger ungefedert auf die Kupplungen der Zugmaschinen. Sein Nachbar Harry Krautwurst hat dies bei Kiesfahrzeugen von Eldebeton oder Containerfahrzeugen der Deponie Rosenow besonders oft gehört.

Er ist auch Straßenanlieger und dazu Gemeindevertreter. Er will die Sorgen der Anwohner bündeln und den Jürgenstorfern bei Gemeinde, Amt, Landkreis und Straßenbauamt Gehör verschaffen. Harry Krautwurst organisiert eine Unterschriftensammlung. Mit einer Liste geht er von Haus zu Haus. „Die andere Liste liegt im Getränkemarkt aus“, sagt er. Dort arbeitet seine Schwester Monika Loga. Auch sie ist genervt. „Von dem Lkw-Verkehr haben wir schon Risse im Haus“, erzählt sie. Solche kann auch Harry Krautwurst an seinem Wohnhaus zeigen. „Die Häuser vibrieren, wenn Lkw vorbeifahren“, beschreibt Wolf Schrader. Für Margitta Laabs in der Nachbarschaft ist das alles kein Wohnzustand mehr.

Sie ist sich auch ziemlich sicher, dass die Straße durch die Lkw-Kolonnen Stück für Stück immer schlechter wird. Das Ministerium für Energie, Infrastruktur und Landesentwicklung bestätigt, was alle wissen: „Die Ortsdurchfahrt Jürgenstorf ist in einem insgesamt schlechten Zustand“, so Karen Reinschmidt-Schilling aus der Pressestelle. Doch die Mittel für die Straßeninstandsetzungen im Land seien begrenzt. Die Straßen würden nach und nach instand gesetzt – die schlechtesten Straßen zuerst. Für Arbeiten in Jürgenstorf gebe es derzeit noch keine konkreten Planungen.