Zoff unter den Organisatoren:

Biker-Treffen: Jetzt hat der Boss das Sagen

Musikevent oder Motorradtreffen? Die Veranstalter sind über die Ausrichtung des Biker-Treffens offenbar heftig aneinandergeraten. Wie soll es mit dieser Mega-Veranstaltung, zu der in jedem Jahr viele Tausend Gäste nach Malchin kommen, nun weitergehen?

Hier konnten sie scheinbar noch ganz gut miteinander. Reinhard Hassemer und Heiko Lange (rechts) richteten in diesem Jahr bereits das 20. Mecklenburger Motorradtreffen aus. Sogar Winterjacken gab es dafür.
Torsten Bengelsdorf Hier konnten sie scheinbar noch ganz gut miteinander. Reinhard Hassemer und Heiko Lange (rechts) richteten in diesem Jahr bereits das 20. Mecklenburger Motorradtreffen aus. Sogar Winterjacken gab es dafür.

Alle waren sie gekommen – die Helfer, Mitstreiter und Sponsoren des Mecklenburger Motorradtreffens. Veranstalter Reinhard Hassemer hatte am Wochenende zur großen Dankeschön-Veranstaltung ins Basedower „Steakhouse“ eingeladen. Einer war allerdings nicht mit dabei: Hassemers langjähriger Partner beim Ausrichten der größten Biker-Fete des Landes, Veranstaltungsmanager Heiko Lange.

Die Beiden sind sich offenbar ganz und gar nicht einig, was das Biker-Treffen eigentlich sein soll. „Heiko möchte daraus ein Musikevent machen, für mich ist es aber ein Motorradtreffen. Das war das Ende mit uns“, überraschte Hassemer zu Beginn des Abends seine Gäste in einer kurzen Ansprache. Nach seinen Angaben begannen die Unstimmigkeiten bereits mit dem Suzi Quatro-Konzert beim Biker-Treffen 2008. „Da haben wir uns ein klein wenig zu weit herausgewagt mit dem Portemonnaie“, deutete Hassemer an, dass diese Nummer finanziell wohl etwas zu groß war. Heiko Lange habe versucht, immer bessere und damit wohl auch teurere Bands einzukaufen. „Damit sind wir fast immer in die Nasse gegangen. Und da lässt Heiko auch nicht mit sich reden“, erklärte Reinhard Hassemer gegenüber dem Nordkurier, zeigte zugleich aber auch Verständnis für den Veranstaltungsmanager: „Heiko muss damit Geld verdienen. Ich mache das alles aus Spaß an der Sache.“

Jetzt hat Hassemer offenbar die Notbremse gezogen. Er bestimme fortan selbst, welche Bands beim Biker-Treffen auftreten. Außerdem habe er eine Event-Agentur gefunden, die beim nächsten Motorradtreffen mit „reinschnuppern“ möchte. Was daraus werden soll, ist aber offenbar noch nicht ganz raus.

Auf jeden Fall sei auch Heiko Lange im nächsten Jahr auf dem Festplatz wieder mit dabei. „Wir haben da jetzt einen Kompromiss gefunden und machen einen Neuanfang“, sagt Hassemer. Mit wem er dann allerdings 2015 das Biker-Treffen veranstalten will, sei für ihn noch offen: „Wenn wir nicht klarkommen, ist Heiko 2015 raus.“

Heiko Lange war dann auf dem Dankeschön-Abend doch noch für einen Moment präsent – mit einem Brief, den Hassemer vor allen Gästen vorlas. Darin vergleicht Lange die Zusammenarbeit mit „Hassi“ mit einer Ehe. Aus den Schmetterlingen im Bauch seien aber inzwischen böse Bandwürmer geworden, die nun entfernt werden müssten. „Das versuchen wir beide gerade. Dabei wurde geklärt: Hassi gehört die Krone und mir bleibt das Brautkleid“, heißt es in dem Brief. Einer müsse nun mal der Boss sein, sonst gebe es Ärger. „Große Entschuldigung und ich gelobe Besserung“, schreibt Heiko Lange.

 

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