Feuerteufel von Jürgenstorf:

Polizei steht wieder am Anfang

Die mutmaßlichen Serien-Brandstifter aus Demmin kommen nun doch nicht für die Jürgenstorfer Feuer infrage. Die Ermittler klappern jetzt alle Haustüren auf der Täter-Suche ab. Eine Belohnung ist ausgesetzt.

Die Polizei sucht weiterhin nach dem oder den Brandstiftern von Jürgenstorf und befragt dazu Bewohner aus dem Dorf und seiner Umgebung.
Marcus Beck Fotolia Die Polizei sucht weiterhin nach dem oder den Brandstiftern von Jürgenstorf und befragt dazu Bewohner aus dem Dorf und seiner Umgebung.

Zweifel hatte es von Anfang an gegeben: Wie sollen denn die Anfang November in Demmin gefassten mutmaßlichen Brandstifter auch noch Feuer in Jürgenstorf gelegt haben? Dazu hätten sie sich dort sehr gut auskennen müssen. Dennoch waren sich Polizei und Staatsanwaltschaft bis vor wenigen Tagen ziemlich sicher, dass die vier inzwischen in Untersuchungshaft sitzenden Verdächtigen für sämtliche Brände in den letzten 16 Monaten zwischen Demmin und Jürgenstorf verantwortlich sind. Doch das konnte einfach nicht sein.

Am Montagnachmittag musste die Polizei eingestehen: Die Festnahme der vier Demminer sei nur ein „Teilerfolg“. Die Verdächtigen kommen nur für die Brandstiftungen in Demmin und Umgebung in Frage. In und um Jürgenstorf handelt es sich um eine andere Brandserie und damit auch um andere Täter. Und von denen fehlt der Polizei offenbar weiterhin jede Spur. Jürgenstorfs Bürgermeister Günter Schröder hatte schon vor zwei Wochen öffentlich bezweifelt, dass die Demminer auch die Brandstifter von Jürgenstorf sein könnten.

Mehr Ermittler werden eingesetzt

Wie nun endlich auch die Ermittler zu dieser Einsicht gekommen sind, will die Polizei nicht verraten. Man werde sich jetzt voll auf den Bereich Jürgenstorf konzentrieren. „Die bisher erfolgreich tätige Ermittlungsgruppe arbeitet weiter und wird temporär personell aufgestockt“, kündigt Polizeisprecher Andreas Scholz an.

Die Polizei will in den nächsten Tagen alle Haushalte in Jürgenstorf, Zettemin und Rützenfelde aufsuchen und die Bürger befragen. Zudem soll in den von den Bränden betroffenen Dörfern eine Vielzahl von Fahndungsplakaten ausgehängt werden. 5000 Euro Belohnung sind für Hinweise ausgesetzt, die zur Ermittlung und rechtskräftigen Verurteilung des oder der Täter führen. Die Jürgenstorfer Brandserie hatte im Juli 2012 begonnen. Betroffen waren Strohmieten, Lagerhallen, eine Bootshausanlage und leer stehende Gebäude. Bisher ist ein Schaden von etwa 730 000 Euro entstanden.

 

 

Hinweise nimmt die Ermittlungsgruppe unter Telefon 0395 5582 2224 entgegen.

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