Schließung zum Jahreswechsel:

Countdown läuft fürs Kulturhaus Teterow

Musik, Tanz, Theater - den schönen Künsten ist das Kulturhaus Teterow seit Jahren ein Domizil und ein Magnet fürs Publikum der ganzen Region. Doch seine Perspektive steht unter einem großen Fragezeichen.

Johannes Lang hat noch ein volles Dezemberprogramm im Kulturhaus Teterow zu bieten. Doch nach dem Jahreswechsel dreht er den Schlüssel um und macht das Haus zu, kündigt er an.
Eberhard Rogmann Johannes Lang hat noch ein volles Dezemberprogramm im Kulturhaus Teterow zu bieten. Doch nach dem Jahreswechsel dreht er den Schlüssel um und macht das Haus zu, kündigt er an.

Hingebungsvoll spielt Johannes Lang auf seiner Gitarre. Die Zuhörer im vollbesetzten Saal des Teterower Kulturhauses scheinen den Atem anzuhalten, so stark zieht die Musik sie in den Bann. Der letzte Akkord schwebt noch im Raum, da bricht jubelnder Beifall los. Ein Lächeln fliegt über das Gesicht des jungen Mannes. In diesem Moment sind alle Sorgen vergessen. Doch schon tags darauf holt ihn der Alltag ein. „Zum Beginn des neuen Jahres drehe ich hier den Schlüssel um. Dann ist definitiv Schluss“, lässt der 27-Jährige keine Zweifel an seinen Plänen.

Nach dem plötzlichen Tod seines Vaters im Sommer hatte er sein Musikstudium ausgesetzt und die Geschäftsführung des Kulturhauses übernommen (der Nordkurier berichtete). „Es waren ja zahlreiche Veranstaltungen gebucht, die wollten wir nicht absetzen“, begründet er seine Entscheidung. Zudem galt es, eine Perspektive für das Haus zu finden. Da komme für die Familie nur eines in Betracht: „Wir verkaufen.“

Die meisten wollen sich nur einmieten

Das allerdings ist leichter gesagt als getan. Mehrere Interessenten hatten in den letzten Monaten schon angeklopft. Die meisten jedoch wollen sich nur einmieten. „Darauf kann ich mich nicht einlassen. Ich studiere in Würzburg, meine Geschwister leben auch in Süddeutschland. Als Vermieter sind wir aber für alles am Gebäude verantwortlich. Das kann man aus der Ferne gar nicht leisten“, macht der junge Mann geltend. Wohl wissend, dass in dem fast 130 Jahre alten Haus ein erheblicher Sanierungsbedarf besteht. Der ist bei Fenster und Türen offensichtlich und hört bei der Heizungsanlage längst nicht auf.

„Die Stadt wird das Gebäude nicht erwerben“

„Wenn man da erst einmal beginnt, ist es mit Hunderttausend nicht getan. Da muss man richtig Geld in die Hand nehmen“, urteilt Stadtrat Uwe Rethmeyer. Er muss es wissen, denn er hatte das Kulturhaus genauer inspiziert. Sein Resümee: „Die Stadt wird das Gebäude nicht erwerben.“ Ohne weitere Details zu nennen, begründet Rethmeyer die Entscheidung damit, dass die Preisvorstellungen zu weit auseinander lagen, um weitere Verhandlungen zu führen.

Damit ginge wieder ein Wahrzeichen von Teterow verloren

Etliche Teterower indes können sich mit dem Gedanken, dass ihr Kulturhaus verödet, gar nicht abfinden. Inge Eichholz beispielsweise erinnert an die vielfältigen Aktivitäten, die hier stattfanden - von den Musikschülern über die Tanzgruppen, Kabarett, Theater, Konzerte bis zu Bällen und Disko-Veranstaltungen. „Soll es das alles nicht mehr geben? Damit ginge wieder ein Wahrzeichen von Teterow verloren“, fürchtet sie und fragt: „Wie stehen der Rat der Stadt, die Stadtvertreter, der Seniorenbeirat dazu?“

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