Denkmalschutz:

Darguner streiten um den Ausbau ihres Schlosses

Soll die Anlage barrierefrei oder erst einmal als Herberge ausgebaut werden? Bürgermeister und Stadtvertreter haben da offenbar ganz unterschiedliche Ansichten. Schon in der nächsten Woche könnte eine Entscheidung fallen.

Eine Treppe als Hürde im Schlosspark: Barrierefrei möchte Bürgermeister Karl-Heinz Graupmann die Anlage mit EU-Geldern ausbauen. Foto: Gerald Gräfe
Eine Treppe als Hürde im Schlosspark: Barrierefrei möchte Bürgermeister Karl-Heinz Graupmann die Anlage mit EU-Geldern ausbauen. Foto: Gerald Gräfe

Gemach, gemach, so schnell schießen die Preußen nicht. Das meint jedenfalls Thomas Gottlob (CDU). Dem Stadtvertreter ist das Tempo, welches Bürgermeister Karl-Heinz Graupmann (Die Linke) an den Tag legt, einfach zu rasant. Der Oppositionsführer im Parlament fühlt sich vom Chef der Stadtverwaltung überfahren.

Graupmann stellte jetzt seine Ideen zur Zukunft der Kloster- und Schlossanlage vor. Barrierefrei, ohne Hindernisse für Menschen mit Behinderungen, muss sie ausgebaut werden. Das bedeutet, die Wege am und im Ruinengeviert sind eben zu gestalten: Treppen und buckelige Wege im Park müssen verschwinden. Die Anlage soll erlebbarer gemacht werden. Die Besucher müssen direkt an die Mauern herantreten können. Das alles kostet Geld. Einen guten Batzen an Euros, den die Kommune nicht hat. Graupmann möchte sich deshalb die Ideen vom barrierefreien Schloss von der Europäischen Union bezahlen lassen – über das Förderprogramm Interreg. Vorgespräche hat der Bürgermeister dazu bereits geführt. Partner in Deutschland und Polen hat er für ein grenzübergreifendes Projekt im Netzwerk „Natur – Umweltbildung“ gewonnen. Das Ganze möchte sich Graupmann nun auch „absegnen“ lassen – per Beschluss Nr. 36/2013 auf der Stadtvertretersitzung in der kommenden Woche.

Doch der erste „Gegenwind“ ist schon aufgezogen. Gottlob sieht „Beratungs- und Klärungsbedarf“. Der Stadtvertreter favorisiert den weiteren Ausbau des Schlossspeichers über die Interreg-Gelder. Schulklassen könnten im östlichen Speicherbereich übernachten. Dort wollte bereits Graupmanns Amtsvorgänger Hartmut Claassen (WVD) ein Schullandheim einziehen lassen. Doch betriebswirtschaftlich war der Bereich zu klein geplant und es fand sich kein privater Betreiber. Gottlob will hier dennoch anknüpfen. Denn eine Herberge für Kinder und Jugendliche könnte die beiden Erlebnispfade im Darguner Wald vermarkten helfen.

Die Finanzierung dazu über das Netzwerk „Natur – Umweltbildung“, das läge „dafür näher“ als die barrierefreie Ausgestaltung der Kloster- und Schlossanlage, findet der Christdemokrat.

Graupmann hält seine Vorstellung vom barrierefreien Schloss dennoch für realistisch. Das haben ihm jedenfalls die Vorgespräche mit den Verantwortlichen der Euroregion Pomerania gezeigt. Man müsse sich die Frage stellen, wie die Hauptattraktion der Stadt angesichts einer immer älter werdenden Bevölkerung für alle Gäste ungehindert zugänglich gemacht werden kann.

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