Keine Mitglieder mehr:

Darguns Imkerverein droht nach 107 Jahren das Aus

Von einst 40 Mitgliedern sind nur noch sieben übrig geblieben. Auch gibt es keinen Vorsitzenden mehr. Bewahren die Bienenhalter trotzdem ihren Zusammenhalt?

Dieter Schlapmann befürchtet nach 107 Jahren das Ende für Darguns Imkerverein. Foto: Gerald Gräfe
Dieter Schlapmann befürchtet nach 107 Jahren das Ende für Darguns Imkerverein. Foto: Gerald Gräfe

Von einem „großen Dilemma“ spricht Dieter Schlapmann: Der am 28. Dezember 1906 gegründete Imkerverein steht 107 Jahre später vor seinem Aus. Für das Jahr 2013 habe man den Verein bereits abgemeldet, ihn ruhen lassen. Nachdem der langjährige Vorsitzende Gerd Kuhlmann aus gesundheitlichen Gründen seinen Posten zur Verfügung stellte, hat sich bislang kein Nachfolger gefunden, so Schlapmann. Zudem verzeichnete der Verein einen drastischen Mitgliederschwund – von über 40 zu DDR-Zeiten auf aktuell noch 7. Doch nicht alle Bienenhalter in der Region sind auch Vereinsmitglieder. Von 17 Freizeitimkern weiß Schlapmann. Vielleicht möchte der eine oder andere von ihnen doch noch in den Verein eintreten und die Führung übernehmen: „Jeder sollte da mal in sich gehen.“

Ganz hat Schlapmann die Hoffnung noch nicht aufgegeben. Er selbst könne nicht noch eine Funktion übernehmen. Der Waidmann verweist auf den Hegering und den Museumsverein, wo er schon reichlich eingebunden ist. Und er weiß, zu DDR-Zeiten lockten die Futtermittel zur Mitgliedschaft. Heute müssten die Imker im Sinne einer „einheitlichen und kompakten Behandlungsstrategie“ angesichts von Monokulturen und Überdüngung zusammenfinden. Die Biene sei das drittwichtigste Haustier. „Das wird auch von unseren Landwirten immer noch verkannt.“ Diese sollten in enger Abstimmung mit den Imkern mehr Blühflächen zur Verfügung stellen.

So wie vor 70 Jahren geht es nicht mehr, weiß Schlapmann. 1934 stand es um Mecklenburgs Freizeitimker schon einmal nicht zum Besten. Deren Landesgruppenführer appellierte damals auch an Darguns Ortsgruppenführer, „der kleinste, gleichgültigste Imker muss aufgerüttelt werden.“ „Aus vaterländischen Gründen“ sei der Ortsgruppenführer verpflichtet, alle Imker zusammenzurufen und einen arbeitsfähigen Verein zu bilden. So hieß es jedenfalls damals.

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