Die Rumpelkammer in Teterow:

Dieser Flohmarkt füllt ein ganzes Haus

In Axels Rumpelkammer in Teterow gibt es unendlich viel zu entdecken und zu bestaunen. Sammlerherzen werden entzückt sein. Doch die Konkurrenz schläft nicht. Und so wird das Leben im Trödelladen nicht einfacher.

Axel Buchwald zeigt das einmalige Kinderwagenmodell.  
Eckhard Kruse Axel Buchwald zeigt das einmalige Kinderwagenmodell.  

 „Tessin 6 Kilometer“. So steht es auf einem Schild mitten in Teterow. Diese Entfernungsangabe stimmt zwar vorne und hinten nicht. Denn bis Tessin sind es rund 40 Kilometer. Doch das gelbe Zeichen sorgt trotzdem nicht für Verwirrung. Denn das uralte Ortsschild hängt an der Wand von Axels Rumpelkammer in dem Gebäude des ehemaligen Güterbahnhofs in Teterow.

Axel hat auch einen vollständigen Namen: Er heißt Axel Buchwald und hat „seine Zelte“ bereits vor 13 Jahren am Güterbahnhof aufgeschlagen. „Ich wurde damals arbeitslos“, erzählt der gelernte Maurer. Dann stellte er sich einmal mit einem Tapeziertisch auf einen Flohmarkt. „Das lief wunderbar.“ Er baute das Geschäft aus. Doch als die Wohnung und die beiden Garagen vollgestopft mit Trödelwaren waren, musste ein eigener Laden her. In drei großen Räumen und einer Halle bietet Buchwald so ziemlich alles an, was das Herz von Sammlern, Spielefreaks, Handwerkern oder Liebhabern alter Dinge begehrt – und das immer mit Sichtweite auf den frisch sanierten Bahnhof.

Wer in den Trödelladen eintritt, kann sich hier durchaus verirren. Nicht allein wegen der großen Räumlichkeit. Vor allem, weil es unendlich viel zu entdecken und natürlich zu kaufen gibt. „Ich habe mein Geschäft auch ein bisschen wie ein Museum angelegt“, sagt Axel Buchwald. 

Alte DDR-Waschmittel-Packungen, ausrangierte Straßenschilder wie „Westl. Ringstr.“ oder „Fischersteig“, Stahlhelme und Uniformen bietet er an. Historische Telefone hat Buchwald gleich neben seiner Handy-Sammlung aufgebaut. Und inmitten uralter Werkzeuge finden sich Besonderheiten wie eine Torfsäge und ein Torfstechspaten. Axel Buchwald hat schon oft den Laienschauspielern im Teterower „Thusch“ ausgeholfen – vor allem mit historischen Hüten und Kinderwagen. Besonders stolz ist er hier auf einen Doppel-Kinderwagen von 1846 vom Vater des Kinderwagenbaus, Ernst Albert Naether. „Es ist der einzige erhaltene Doppelwagen“, hat Buchwald recherchiert.

56 Jahre ist Axel Buchwald alt. Bis zur Rente hat er noch einige Jahre zu arbeiten. Und er wird die Rumpelkammer wohl auch solange betreiben. Dabei weiß er aber, dass das große Geld mit einem Trödelladen nicht mehr zu machen ist. Damals sei es noch anders gewesen. Als Lehrlinge und Spätaussiedler sich mit wenig Geld einrichten wollten, da stimmte der Umsatz. Heute machen ihm Möbelbörsen zu schaffen. „Die größte Konkurrenz ist aber das Internet“, weiß Buchwald.

„Das Geschäft läuft nur am Monatsanfang“, sagt er. Früher kamen die Kunden noch bis zum 15. jedes Monats. Heute sei das Geld bei vielen schon am sechsten Tag alle. An den restlichen Tagen kämen nur noch zwei bis drei Kunden.

Dennoch schreibt Buchwald keine roten Zahlen. Doch er weiß auch, dass der Trödelladen ohne den Verdienst seiner Frau kaum zu halten wäre.

Wer weiter durch die Räume streift, entdeckt auch „normale“ Trödelsachen wie Geschirr, Haushaltsgeräte, Fotoapparate, antike und neue Möbel, Koffer, Lego-Spielzeug, Spielkonsolen und Playstation-Spiele ...

Offen ist immer montags bis freitags von 10 bis 17 Uhr. Mittwochs schließt er um 13 Uhr. Dafür ist der Inhaber meist auch am Sonnabend in der Rumpelkammer anzutreffen. Haushaltsauflösungen übernimmt Buchwald nicht. Denn er hat keinen Platz mehr.

 

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