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Ehemalige Industriewerker bescheren Kindern ein Grillfest

Seit 20 Jahren sind die Teterower Industriewerke geschlossen. Die alten Kollegen sind jedoch weiter eng verbunden und spendabel.

Die ehemaligen Arbeiter der Teterower Industriewerke trafen sich am Bergring.  
Peter Stanislawski Die ehemaligen Arbeiter der Teterower Industriewerke trafen sich am Bergring.  

Die Neugier bei den Kindern in der Kindertagesstätte „An der Buche“ war groß, als zwei ältere Herren sie besuchten. Horst Grams und Hans-Joachim Glamann hatten auch noch ein Geschenk für sie dabei. In drei Kartons brachten sie Lebensmittel mit. Dabei waren zum Beispiel Bratwurst, Toast oder Ketchup, dazu noch ein Sack Holzkohle. Eben alles, was man für ein ordentliches Grillfest braucht.

Die Spende für die Kindertagesstätte kommt aber nicht von Glamann und Grams allein. Sie sind nur zwei von ungefähr 50 ehemaligen Arbeitern der Teterower Industriewerke (TIW), die sich am vergangenen Wochenende trafen. Es war das mittlerweile dritte Treffen seit der Schließung der TIW 1993. Initiiert wurden alle bisherigen Zusammenkünfte von Horst Grams, einem ehemaligen Dreher in der Firma.

Vor sechs Jahren traf man sich das erste Mal in der illustren Runde. „Die Planung eines solchen Treffens ist nicht ganz einfach. Da steht das Telefon nie still und es ist auch eine ganz schöne Fahrerei“, erzählt Grams. Immerhin waren es 90 Leute, die kontaktiert werden mussten. 50 von ihnen kamen schließlich zusammen. Darunter auch Klaus Öttel, einer der längsten Mitarbeiter der TIW. Er arbeitete von der Gründung 1957 bis zur Schließung dort.

Aber nicht nur er konnte Geschichten und Anekdoten erzählen. Es wurde gegessen, getrunken, sich viel erinnert und es herrschte eine gute Stimmung. Man überlegt auch schon, wann man sich das nächste Mal trifft. „So in drei bis vier Jahren. Damit sich der Aufwand auch lohnt“, meint Horst Grams. „Die Reihen werden schmaler“, bedauert Glamann, der als Reparaturschlosser in den TIW arbeitete.

Horst Grams organisierte die bisherigen Treffen privat, sammelt Geld von den Beteiligten, um alles zu finanzieren. Das übrig gebliebene Grillgut wollten sie nun einem guten Zweck zukommen lassen und die Gruppe entschied sich, den Kleinsten in Teterow eine Freude zu machen. Die leuchtenden Augen in der Kindertagesstätte „An der Buche“ bewiesen, dass es ihnen gelang.