Roland Berger Stitung:

Hilfe für jungen Teterower auf dem Weg zum Abitur

Dass das Recht auf Bildung nicht vom Geldbeutel der Eltern abhängen sollte, ist theoretisch klar. In der Praxis sieht es leider oftmals anders aus. Die Roland Berger Stiftung nimmt sich der benachteiligten Jugendlichen an.

Enrico Moldt hat sichtlich Spaß beim Arbeiten in der Krimiwerkstatt im Ferienlager für Stipendiaten.   Fotos: Caroline Schiko
SVEN_EHLERS Enrico Moldt hat sichtlich Spaß beim Arbeiten in der Krimiwerkstatt im Ferienlager für Stipendiaten.   Fotos: Caroline Schiko

Als seine Geschichtslehrerin Frau Porath ihn auf die Möglichkeit eines Stipendiums der Roland Berger Stiftung ansprach, war Enrico Moldt erst einmal überrascht. Lange überlegen musste der Schüler des RecknitzCampus Laage dann aber nicht. Das Schreiben über sich und seine Ziele für die Bewerbung war schnell fertig, die Zeugnisse der vorangegangenen zwei Jahre und eine Beurteilung von seiner Lehrerin dazu und schon war Enrico eine Runde weiter. In Hamburg fand dann ein Gespräch statt, bei dem er endgültig von sich überzeugte. Nun ist der Teterower seit über einem Jahr Stipendiat der Roland Berger Stiftung.

Diese Stiftung hat es sich unter anderem zur Aufgabe gemacht, ein bundesweites Förderprogramm für begabte, lernwillige und engagierte Schüler aus sozial benachteiligten Familien zu bieten. Ziel dabei ist das Abitur, mit der Möglichkeit eines anschließenden Studiums. Gefördert werden können Kinder schon ab der Einschulung. Die Kosten für einen Stipendiat können bis zu 14 000 Euro im Jahr betragen. Derzeit werden bundesweit rund 600 Schülerinnen und Schüler unterstützt. Sechs in Mecklenburg-Vorpommern – einer davon ist der 15-jährige Enrico.

Der Sohn einer Deutschen und eines Inders ist seither viel beschäftigt. Als Stipendiat erhält er einen individuellen Förderplan, der zehn Lernbereiche abdeckt und ihn gezielt nach seinen  jeweiligen Begabungen und Bedürfnissen fördert. Mit seiner persönlichen Mentorin Gabriele Andreae und dem regionalen Projektleiter Korbinian Hollunder steckt Enrico Ziele ab. Neben Seminaren und Schulprojekten werden dabei auch persönliche Wünsche bedacht, zum Beispiel regelmäßig schwimmen zu gehen. Das nächste Schwimmbad befindet sich im rund 30 Kilometer entfernten Güstrow. Ohne die finanzielle Unterstützung könnte Enrico sich weder Fahrt noch regelmäßigen Eintritt leisten. Die Umstände erlauben Familie Moldt keine großen Sprünge. Zum Vater herrscht kaum Kontakt und die Mutter ist nach einem Unfall Frührentnerin und stark eingeschränkt. Das sind nur zwei Faktoren, die Enrico schon in sehr jungen Jahren erwachsen werden ließen. Er wählt seine Worte mit viel Bedacht, ist bescheiden, ernst und selbstkritisch. Auf den ersten Blick wirkt er nicht wie ein typischer 15-Jähriger. Aber auch er spielt gern Computer, liest gern Fantasy-Romane und trifft sich, wenn es der enge Terminplan zulässt, mit seinen Freunden.

Die Stiftung bietet ihren Stipendiaten neben Seminaren und finanzieller Unterstützung auch immer die Möglichkeit des Besuchs eines Ferienlagers an. Dort werden neben Freizeitangeboten auch verschiedene Kurse offeriert. Enrico arbeitete in seinen letzten Sommerferien in der Krimiwerkstatt an einer eigenen Geschichte. Die nötige Erholung holt sich Enrico beim Spazieren gehen. „Am liebsten durch den Bergringwald. Ich brauche die Ruhe zum Abschalten“, erklärt er. Mit der nötigen Ruhe und viel Engagement will Enrico seinen Weg gehen. Nach dem Abitur will er studieren, eventuell Chemie mit Schwerpunkt Pharmazie. Und wer weiß, vielleicht schreibt er auch seinen Kriminalroman noch fertig. Zuzutrauen wäre es diesem begabten jungen Mann.

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