Landwirtschaft:

Illegales Federvieh sorgt für Rabatz im Bio-Stall

Bio-Eier produziert die EZG Fürstenhof unter anderem auf dem Öko-Hof Volkenshagen. Wie Dorfbewohner herausfanden, tummeln sich dort aber wesentlich mehr Hühner als genehmigt. Einen Notstand  erkennen Behörden nicht an und strafen ab.

Hühner aus Bio-Betrieben müssen viel Platz haben.
dpa Hühner aus Bio-Betrieben müssen viel Platz haben.

Dicht gepackt liegen Strohballen in den Ställen am nördlichen Ortsrand von Groß Markow. Von Hühnern ist hier weit und breit keine Spur. Die Pläne der Erzeugergemeinschaft Fürstenhof, hier eine Anlage zur Produktion von Bio-Eiern zu errichten (der Nordkurier berichtete) liegt derzeit auf Eis.

Zwar liege eine Baugenehmigung vor, doch wegen eines anstehenden Verfahrens habe er von dem Baubeginn abgesehen, erklärte Friedrich Behrens, Geschäftsführer der Erzeugergemeinschaft auf Nachfrage. Ein Dorfbewohner  hatte gegen die  Ansiedlung der Hühnerfarm Klage eingereicht.

Überraschenderweise sind die Groß Markower Hühner auf einer Farm in Volkenshagen bei Rostock aufgetaucht. Dort hatten Einwohner sich darüber gewundert, dass sich im örtlichen Betrieb deutlich mehr als 15 000 Hühner tummelten. Sie zählten nach und erstatteten Anzeige.

Eine Überprüfung seitens der kreislichen Behörden bestätigte den Verdacht. Anstelle der knapp unter 15 000 Tiere, für die der Betrieb eine Genehmigung besaß, waren etwa 24 000 Legehennen aufgestallt. Eine illegale Überbelegung von 9000 Hennen. Der Betreiber rechtfertigt sich mit einer Notlage. Die für Groß Markow bestimmten Hennen waren schon aufgezogen und mussten untergebracht werden.

Doch damit hat er sich strafbar gemacht. Denn die Zahl von 15 000 ist keine willkürliche Festlegung. Vielmehr werden Anlagen unterhalb dieser Größe nach einem vereinfachten Genehmigungsverfahren gebaut, gibt Petra Zühlsdorf-Böhm, Sprecherin des Landkreises Rostock Auskunft.  Der Kreis legte dem Betreiber ein Bußgeld in fünfstelliger Höhe auf. Das sei mittlerweile bezahlt. Ferner wurde die erteilte Genehmigung entzogen.

Um dort weiterhin Legehennen halten zu dürfen, muss die Erzeugergemeinschaft einen Antrag beim Staatlichen Amt für Umwelt und Landwirtschaft  stellen. Wie dessen Leiter Hans-Joachim Meier bestätigt, stehe die Behörde kurz vor dem Abschluss der Prüfung. Er gehe davon aus, dass es keine Versagensgründe für eine Betriebserlaubnis geben. Die Größe der Anlage sei offenbar für deutlich über 20 000 Tiere angelegt.

In Groß Markow indes schrillen bei manchem die Alarmglocken. Vor den Dorfbewohnern hatte Friedrich Behrens seinerzeit versichert, unter der Marke von 15 000 Hennen zu bleiben, um von einem weniger aufwendigen Genehmigungsverfahren zu profitieren. Angesicht der Vorgänge in Volkenshagen steht die Frage: Was ist diese Zusage wert, wenn  tausende Hennen zusätzlich gehalten werden können, ohne dass Behörden dies bemerken? 

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