Streit über Windkraftanlagen in Neukalen:

Jetzt geht der Sturm erst richtig los

In Neukalen könnten nun doch bald große Windkraftanlagen stehen. Jedenfalls ist die Gegend für die Windmühlen geeignet. Damit will sich die Neukalener Bürger-Initiative aber nicht abfinden. Neuer Protest formiert sich.

Zu Pfingsten hatte die Neukalener Bürger-Initiative mit roten Herzen und einem Protestmarsch gegen die Windkraftanlagen mobil gemacht.
Iris Diessner Zu Pfingsten hatte die Neukalener Bürger-Initiative mit roten Herzen und einem Protestmarsch gegen die Windkraftanlagen mobil gemacht.

Für Windkraftanlagen geeignet. Diesen Stempel trägt jetzt die Umgebung von Neukalen. Die Peenestadt gehört zu den 22 neuen sogenannten Eignungsgebieten für die Windräder im Landkreis Mecklenburgische Seenplatte. Genau das hatte die Neukalener Bürger-Initiative mit verschiedenen Aktionen im Frühjahr dieses Jahres vermeiden wollen. Entsprechend enttäuscht reagieren jetzt die Neukalener Windkraft-Gegner. „Wir hatten in letzter Zeit schon die Hoffnung, dass wir die Windanlagen verhindern können“, sagt die Sprecherin der Bürger-Initiative Friederike Antony. Nach der ersten „Schockstarre“ wollen sich die Aktivisten am kommenden Mittwochabend in Schorrentin treffen, um das weitere Vorgehen abzustimmen.

Ob die ungeliebten Windspargel tatsächlich vor den Toren der Kleinstadt aufgestellt werden, ist nämlich längst noch nicht sicher. Die neuen Eignungsgebiete seien erst einmal eine Art „Kulissenvorschlag“, wie es aus dem Amt für Raumordnung und Landesplanung in Neubrandenburg heißt. Ende Januar beginne die öffentliche Beteiligung und da können noch viele Argumente gegen die Windmühlen vorgebracht werden. Es zählen dann aber sehr konkrete Fakten, wie das Neubrandenburger Amt betont.

Die Bürgerinitiative glaubt, dass sie sehr gute Argumente gegen die Windräder vorbringen kann. „Wir haben es bei diesem Gebiet mit einem Keil zwischen zwei Vogelschutzgebieten zu tun“, sagt Friederike Antony. Außerdem würden Windkraftanlagen nicht gerade den Tourismus fördern.

Auffallend sei es schon, dass das Windeignungsgebiet Neukalen allein auf weiter Flur stehe. „Das sieht schon ein bisschen nach Schweinerei aus“, meint Frau Antony. Dass die Bürger-Initiative mit Unterstützung der Stadt rechnen kann, darauf wolle man sich lieber nicht verlassen.

Erst im Mai waren die Stadtvertreter auf Distanz zu der Windkraft gegangen und hatten damit einen früheren Beschluss gekippt. Die Bürgerinitiative hatte im Frühjahr weit über 1000 Unterschriften gegen Windkraftpläne im Neukalener Umfeld gesammelt.

 

Nordkurier: Samsung Galaxy Tablet ohne Anzahlung