Warten auf eine Entscheidung:

Jugendhaus: Anonymer Investor lässt sich Zeit

Sechs Wochen ist es her, dass die Villa Scheven in Teterow unter den Hammer kam. Damals wusste keiner, wie es mit dem Jugendhaus Indalo weiter geht. Und heute?

Der Modellbaufan Matthias Schrank (2. von links) an der kleinen Modellbahn mit seinem siebenjährigen Sohn Lukas sowie Marcel Haase, John Söntgerath und Benjamin Asmus (von links nach rechts).
Caroline Schiko Der Modellbaufan Matthias Schrank (2. von links) an der kleinen Modellbahn mit seinem siebenjährigen Sohn Lukas sowie Marcel Haase, John Söntgerath und Benjamin Asmus (von links nach rechts).

Heute ist noch immer niemand schlauer. Der Bieter steigerte bei der Auktion über das Telefon mit, bekam den Zuschlag und für 74 000 Euro die Villa Scheven in Teterow. Allerdings hat er sich bisher weder im Jugendklub, der dort sein Domizil hat, noch beim Christlichen Jugenddorfwerk (CJD), als Träger des Klubs, blicken lassen. Das Damoklesschwert, das über dem Jugendhaus schwebt, hat für die Teterower weder Namen noch Gesicht. Doch von Kornelia Hennek, Leiterin des CJD Waren, gibt es ein klares Statement: „Indalo bleibt bestehen! Egal wo.“ Für Karsten Malitz, Leiter des Jugendklubs, und die Jugendlichen beruhigend. Dennoch wäre ein wenig mehr Klarheit schön.

Neben Eisenbahn-Modellbau gibt es im Klub eine Fahrradwerkstatt, Hausaufgabenhilfe, Gesellschaftsspiele und Spielkonsolen, es kann gebastelt und gemalt werden. „Wichtig für die Jugendlichen ist auch das Bewerbungstraining und die Berufsfrühorientierung. Da konnten wir schon manchem helfen“, ergänzt Karsten Malitz. Seit diesem Schuljahr gibt es dazu ein erweitertes Sportprogramm. Jeweils montags treffen sich die Jugendlichen und jede Woche darf ein anderes Kind entscheiden, was gemacht wird. Mit der Regionalschule Ost hat Indalo einen weiteren Netzwerkpartner. Freitags darf der Jugendklub nach Schulschluss eine Stunde die Turnhalle benutzen. Zusätzlich gibt es einmal im Monat den Fit- und-Fun-Tag.

Seit der Versteigerung der Stadtvilla Mitte September weiß man nun nicht, wie es mit dem Jugendklub weitergehen soll. Besonders die Jüngeren nimmt das mit. Nach Bekanntwerden des Eigentümerwechsels ist eine kleine Gruppe 13- bis 14-Jähriger im Regen durch die Stadt gelaufen und hat Unterschriften für den Erhalt des Indalo-Klubs gesammelt. Unterstützung erfahre man auch von der Stadt und vom Landkreis. Zudem stehen die Teterower Linken dem Jugendklub seit ungefähr 15 Jahren mit Spenden hilfreich zur Seite. Am 1. Dezember soll offizielle Schlüsselübergabe sein. Dann bekommt der neue Besitzer der Villa endlich ein Gesicht.