Arbeitsmarkt:

Junge Eltern bei der Jobsuche erfolglos - das muss nicht sein

Arbeitnehmer verlangen von ihren Mitarbeitern große Flexibilität im Einsatz. Besonders junge Frauen mit Kleinkind geraten dabei trotz guter Ausbildung noch oft aufs Abstellgleis. Angesichts des zunehmenden Fachkräftemangels müssen aber auch Unternehmen umdenken. Gute Beispiele dafür gibt es bereits - auch in der Teterower Region.

Junge Paare mit Kleinkindern gelten wegen ihres Einsatzes auf dem Arbeitsmarkt als problematisch. Doch es gibt immer mehr Beispiele, dass Unternehmen sie unter Berücksichtigung der besonderen familiären Bedingungen erfolgreich integrieren können (Die Personen auf dem Foto sind nicht mit den im Text genannten identisch).
Udo Kroener - Fotolia Junge Paare mit Kleinkindern gelten wegen ihres Einsatzes auf dem Arbeitsmarkt als problematisch. Doch es gibt immer mehr Beispiele, dass Unternehmen sie unter Berücksichtigung der besonderen familiären Bedingungen erfolgreich integrieren können (Die Personen auf dem Foto sind nicht mit den im Text genannten identisch).

Mit dem frisch erworbenen Facharbeiterbrief vorerst auf dem Wartegleis gelandet – dieses Schicksal ereilte Manuela Krüger. Sie hatte sich erfolgreich zur Fachkraft im Gastgewerbe qualifiziert. Die Berufsaussichten schienen gut, denn die Branche beklagt Fachkräftemangel.

Doch auf ihre Bewerbungen erhielt die Mutter eines zweijährigen Kindes stets Ablehnungen (der Nordkurier berichtete). Hat hier das Jobcenter in eine falsche Berufsausbildung investiert? Denn die familiären Umstände der jungen Frau waren von Anfang an bekannt.

Thomas Drenckow, Pressesprecher der Arbeitsagentur Rostock, sieht das Problem, doch könne von einer verfehlten Entscheidung keine Rede sein. „Wir richten unsere Qualifizierungsangebote nach dem Bedarf der Wirtschaft. Im Hotel- und gastronomischen Bereich werden Fachkräfte gesucht“, sagt er. Gewiss sei es mit einigem Aufwand in der Organisation von Arbeitszeiten verbunden, wenn Eltern von Kleinkindern beschäftigt werden. Diese seien eben nicht so flexibel einsetzbar wie Ledige ohne familiäre Verpflichtungen. Dennoch könne der Arbeitsmarkt auf diese Personen nicht verzichten. „Bei den Arbeitnehmern beginnt ein Umdenken. Es gibt vereinzelt schon Initiativen. Zum Beispiel, dass die Unternehmen Mutter-Schichten einrichten oder Fahrkosten übernehmen. Ich denke, da ist einiges in Bewegung gekommen.“

Das kann Ruth Ramberger, Direktorin des Landhotels Schloss Teschow, aus ihrem Unternehmen bestätigen. Mitarbeiter mit kleinen Kindern werden dort so in den Dienstplan integriert, dass die familiären Belange weitgehend Berücksichtigung finden. „Wir nehmen junge Mütter beispielsweise in den Frühdienst oder in den Hofladen. Männer gehen bevorzugt in die Spätschicht.“ Wegen der größeren Mitarbeiterzahl sind auch krankheitsbedingte Ausfalltage, die bei Kleinkindern häufiger anfallen, leichter abzufangen. Dieses Entgegenkommen sei überdies zum beiderseitigen Vorteil, denn die Mitarbeiter seien motiviert und kehrten nach der Elternzeit gern in den Job zurück.

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