Verkehrslärm:

Kampf gegen Laster: Gnoien will Mautbrücken umsetzen

Eine Ortsumgehung wollen sie nicht, schwere Brummis in der Stadt aber auch nicht. Nun glaubt die Stadt an der Warbel, die Lösung gefunden zu haben, wie die Lkw wieder zurück auf die Autobahn kommen.

Gnoiens Ortsdurchfahrt ist eine Großbaustelle, an der sich die Laster vorbeidrängeln. Am Mittwoch wurde der Asphalt abgefräst, um mit dem Tiefbau beginnen zu können. Über die neue Fahrbahn soll der Schwerverkehr dann etwas leiser rollen.
Gnoiens Ortsdurchfahrt ist eine Großbaustelle, an der sich die Laster vorbeidrängeln. Am Mittwoch wurde der Asphalt abgefräst, um mit dem Tiefbau beginnen zu können. Über die neue Fahrbahn soll der Schwerverkehr dann etwas leiser rollen.

Sie haben schon alles versucht: Tempo 30 des Nachts für Lkw, ein Kreisverkehr am Sülzer Dreieck oder Schikanen auf der Ortsdurchfahrt, die Brummis ausbremsen könnten. Doch Gnoiens Stadtväter bekamen stets eine Absage. Die Bundesstraße scheint dem Straßenbauamt heilig zu sein. Alles, was eine zügige Durchfahrt behindert, gehört hier nicht her – und wenn sich Anwohner auch noch so sehr über die tonnenschweren Trucks aufregen.

Die Stadt an der Warbel hat zwar gerade per Abgeordneten-Beschluss einer Ortsumgehung eine Absage erteilt, doch den Kampf gegen den immer stärker werdenden Laster-Verkehr geben die Gnoiener damit noch nicht auf. Dafür wollen die Stadtväter jetzt sogar die Autobahn 20 unter die Lupe nehmen. Es muss doch einen Grund geben, dass immer mehr Brummi-Piloten auch mit ausländischem Kennzeichen den Weg durch Gnoien wählen, obwohl zehn Kilometer entfernt von der Stadt die Autobahn verläuft, sagt sich Bürgermeister Hans-Georg Schörner (SPD). Die Lkw-Fahrer kommen bestimmt nicht wegen der schönen Landschaft durch seine Stadt. Aber vielleicht, weil sie auf diesem Weg Maut-Gebühren sparen.

Schörner will beobachtet haben, dass die Laster in Jarmen die Autobahn verlassen, um sie ab Abzweig Tessin wieder zu benutzen. Das Ganze funktioniert natürlich auch umgekehrt. Darunter zu leiden haben vor allem die kleinen Städte an der Bundesstraße 110 wie Gnoien und Dargun. Dort hat sich sogar gerade eine deutliche Mehrheit wegen des Brummi-Verkehrs für eine Ortsumgehung ausgesprochen.

Schörner hat auch schon die Lösung: Die Mautbrücken auf der A 20, die die Lkw für die Autobahn-Gebühr erfassen, müssen seiner Ansicht nach umgesetzt werden. Derzeit sei es für die Lkw-Fahrer eben günstiger, die Mautbrücke kurz hinter Jarmen über die B 110 zu umfahren. Der Gnoiener Umwelt- und Verkehrsausschuss könnte sich bereits in der kommenden Woche auf ein „Expeditions-Team“ für die A 20 einigen und für das Schweriner Verkehrsministerium eine Mautbrücken-Dokumentation erarbeiten, so Schörner. Dieses Papier würde man dann gern auch einmal in der Nachbarstadt Dargun sehen, sagt Schörners Amtskollege Karl-Heinz Graupmann (Die Linke). An Spekulationen, ob die Mautbrücken tatsächlich schuld sind am Brummi-Verkehr auf der B 110, wolle er sich aber nicht beteiligen, erklärt Graupmann. Auch den Kampf für eine Ortsumgehung werde er deshalb für Dargun nicht einstellen. Das für die Autobahn zuständige Straßenbauamt in Schwerin dämpft derweil allzu große Hoffnungen: Man könne die Mautbrücken aufstellen, wo man will – die Lkw-Fahrer würden doch wieder einen neuen Fluchtweg finden.

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