Aggressives Wildschwein:

Keiler schlägt Hund des Forst-Chefs fast tot

Wenn das Schwein sich wehrt: Eine Drückjagd in den Peenewiesen endet mit einer dramatischen Rettungsaktion. Der "Schläger" entkommt. Vorerst zumindest.

In den Wald nimmt Rüdiger Neise den verletzten Jagdhund schon wieder mit. Die Halskrause hindert Jonny daran, an seinen Wunden zu lecken.
Torsten Bengelsdorf In den Wald nimmt Rüdiger Neise den verletzten Jagdhund schon wieder mit. Die Halskrause hindert Jonny daran, an seinen Wunden zu lecken.

Am Ende blieb nur die Notoperation. Und die kam offenbar gerade noch rechtzeitig, sonst hätte die Drückjagd in den Peenewiesen bei Upost/Warrenzin wohl noch ein tragisches Ende genommen. Der derart Schwerverletzte heißt Jonny vom Malchiner See, ist acht Jahre alt und ein Jagdhund der Rasse Deutsch Drahthaar. Und er gehört ausgerechnet dem Chef des Darguner Forstamtes, Rüdiger Neise.

Bei der Jagd hatten sich die Waidmänner unter anderen das Schilfgebiet in der Peeneniederung vorgenommen – ein beliebtes Rückzugsgebiet für das Borstenvieh. Erst vor einem Jahr hatten ganz in der Nähe mehrere große Wildschweinrotten einen 20 Hektar großen Roggenacker total verwüstet. Der Agrargenossenschaft Zarnekow waren dadurch mehrere Tausend Euro Schaden entstanden.

„Im Peenetal haben wir noch richtig viel Schwarzwild. Ansonsten ist der Bestand in diesem Jahr eher wieder normal“, schätzt Rüdiger Neise ein. Und: „Um die Sauen aus dem Schilf heraus zu bekommen, müssen wir da schon mit guten Hunden rein.“

Schwein stößt zweimal mit den Eckzähnen zu

Jonny spürte in dem schwer zugänglichen Gebiet plötzlich einen Keiler auf und hetzte hinterher. Doch auf einmal stellt sich das Schwein dem Hund. Der Keiler wehrt sich heftig, stößt zweimal mit den Eckzähnen zu, trifft Jonny dabei am Unterleib.

„Wir haben den Hund geborgen und dann sofort in die Tierklinik nach Demmin gebracht.“ Die Notoperation rettete Jonny das Leben. „Alles wird wieder gut“, hofft Rüdiger Neise. Und möchte den Rüden auch bald wieder zur Jagd mitnehmen.

Der Keiler ist allerdings entkommen – zumindest vorerst. Wird auf das Schwein nun ein Kopfgeld ausgesetzt? „Nein“, sagt Neise. „Rachegefühle haben wir nicht.“ Er könne dabei natürlich nicht für Jonny sprechen.

 

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