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Kinder basteln Geschenke aus Bienenwachs und lernen eine Menge dabei

Ihre Tiere zählen nach Tausenden und ihre Produkte sind einzigartig. Imker haben hierzulande eine reiche Tradition. Doch deren Band droht abzureißen. Mitglieder des Teterower Imkervereins gehen deshalb auf die junge Generation zu.

Tom Höppner (Mitte) hat es übernommen, das Bienenwachs im Wasserbad zu schmelzen. Eine Aufgabe, die genaue Kenntnis und Geschick erfordert.
Eberhard Rogmann Tom Höppner (Mitte) hat es übernommen, das Bienenwachs im Wasserbad zu schmelzen. Eine Aufgabe, die genaue Kenntnis und Geschick erfordert.

Die Bienenvölker halten längst Winterruhe. Für die Imker gilt das jedoch nicht. Wenn die Honigernte des letzten Sommers auch lange schon ausgeschleudert und in Gläsern ist, gibt es viel zu tun. Die Mitglieder des Teterower Imkervereins bauen sich derzeit eine eigene Anlage zur Wachsverarbeitung auf. Mit im Boot sind dabei die Achtklässler der hiesigen Förderschule. Das hat seinen guten Grund. Die Vereinsmitglieder sind in die Jahre gekommen, es fehlt – wie vielerorts – schlicht an Nachwuchs. „Wir müssen die Jugendlichen mit der Imkerei bekannt machen, bei ihnen Interesse für das Hobby wecken. Dann besteht die Chance, dass der eine oder die andere sich dieser Betätigung auch annimmt“, argumentiert Siegfried Erdmann.

Er gehört zu den Betreuern des Projektes „Bienenweide“, das in der Wassermühle Ziddorf angesiedelt ist und von der Norddeutschen Stiftung für Umwelt und Entwicklung (NUE) aus Erträgen der Lotterie Bingo bezuschusst wird. Den Mädchen und Jungen ist Siegfried Erdmann ein vertrauter Partner. Die Vorweihnachtszeit nutzt er, um die Schüler mit dem Rohstoff Bienenwachs vertraut zu machen. Da bietet es sich an, Baumschmuck und Kerzen herzustellen.

Die Kinder freuen sich sehr über diese kleinen, selbst gefertigten Geschenken. Doch Siegfried Erdmann verbindet mit dieser Aktion viel mehr. Was hier noch einen spielerischen Hintergrund hat, bekommt im Rahmen eines Pilotprojektes eine ökologische Dimension. Denn die Imker des Teterower Vereins wollen mit einer eignen Wachsaufarbeitungsstrecke den Normen der Bio-Imkerei genügen. Den Hintergrund erläutert Erdmann so: Beim Recycling von Bienenwachs kommt dieses aus den vielfältigsten Quellen, als da sind Altwaben, die Deckel der Honigbrut, Material, das bei der Drohnenbrut anfällt. Das Altwachs ist in sehr unterschiedlichem Maß belastet mit Rückständen von Pflanzenschutz- und Arzneimitteln.