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Malchin kassiert jetzt für alte Wahlplakate

18 Tage nach der Bundestagswahl hängt oder steht immer noch Parteiwerbung an den Laternenpfeilern. Dabei ist das gar nicht erlaubt. Malchin und Stavenhagen reagieren da ganz unterschiedlich.

Ein Sammelsurium von Wahlplakaten hat der Malchiner Bauhof abgenommen. Bernd Dummer (rechts) und Klaus Weißberg zeigen eine Auswahl.
Eckhard Kruse Ein Sammelsurium von Wahlplakaten hat der Malchiner Bauhof abgenommen. Bernd Dummer (rechts) und Klaus Weißberg zeigen eine Auswahl.

Die Politiker sind etwas blass geworden und auch schon etwas durchgeweicht. Doch hier und dort schauen die Bundestagskandidaten immer noch von den Plakaten auf die vorbeieilenden Fußgänger und Autofahrer. Besonders in Stavenhagen fallen vergessene Wahlplakate ins Auge. Eckhardt Rehberg (CDU) ist mindestens zwei Mal an der B 104 zu entdecken. Dietrich-Eckard Krause (FDP) ist einmal hängen geblieben. Heidrun Bluhm (Linke) mag es lieber ländlich – sie schaut von einem Poster bei Ivenack. Doch für Wahlwerbung ist es viel zu spät. Denn die Bundestagswahl ist schon lange vorbei.

Viel zu lange. Denn in Malchin und in Stavenhagen dürfen die Konterfeis der Politiker nur maximal zwei Wochen nach der Wahl an den Laternen hängen. Heute sind es bereits 18 Tage. Die Bewerber um die Bundestagsmandate, ihre Parteien oder ihre beauftragen Werbebüros haben sich damit ordnungswidrig verhalten. Denn vergessene Plakate unterliegen dem Ordnungswidrigkeitenrecht, erläutert der Stavenhagener Bau- und Ordnungsamtsleiter David Schacht. Sie müssen sich jetzt auf Schreiben von den Städten gefasst machen.

Die Reuterstadt setzt auf sanften Druck. Die Parteien werden angeschrieben und aufgefordert ihre Wahlwerbung innerhalb von drei Tagen abzunehmen, sagt Schacht. „Reagieren die Parteien nicht, werden die Plakate durch den Bauhof entfernt und für vier Wochen eingelagert, bevor sie entsorgt werden.“

In Malchin geht es radikaler zu. Hier hat der Bauhof schon alle Plakate abgenommen – auch, weil er Platz brauchte für Veranstaltungswerbung wie die Job-Fit-Messe. Etwa 20 Poster und Aufsteller sind auf dem Bauhofgelände aufgestapelt. In erster Reihe steht dort Eckhardt Rehberg, erläutert Bauhofleiter Andreas Mohrholz. Kein Wunder, hatte der CDU-Mann doch auch die meisten Aufsteller. Viele davon musste der Bauhof schon vor der Wahl einsammeln, weil sie in der Stadt zerstreut lagen. Aber auch die Grünen, Freie Wähler und Piraten sind dort aufgestapelt.

Für Mohrholz ist ganz klar, dass diese Parteien oder Bewegungen alle eine Rechnung von ihm erhalten werden. „Ich bin nicht dafür, bei den Politikern ein Auge zuzudrücken“, sagte er. Manche Bundestags-Bewerber hatten ja sogar Firmen für die Plakatwerbung beauftragt. Und so weiß Andreas Mohrholz schon jetzt, dass Rehberg eine Rechnung von mindestens einem Stundensatz von 48,42 Euro auf den Tisch bekommen wird. Vielleicht auch mehr. In Stavenhagen ist nun erst abzuwarten, ob die Parteien auf Mahnungen reagieren. Erst dann werde laut David Schacht Kosten für Abnahme und Entsorgung in Rechnung gestellt.