Privatisierung:

Mühlenverkauf: Skurrile Finten führen in Sackgasse

Die Wassermühle Ziddorf gehört zu den touristischen Perlen der Region. Ihre Privatisierung ist beschlossen. Gemeinde und Käufer liegen jedoch seit Monaten im Clinch.

Die Wassermühle Ziddorf ist in ihrem historischen Ambiente und mit dem großen Garten eine bei Urlaubern wie Einheimischen beliebte Attraktion.
Eberhard Rogmann Die Wassermühle Ziddorf ist in ihrem historischen Ambiente und mit dem großen Garten eine bei Urlaubern wie Einheimischen beliebte Attraktion.

Die Luft wird dünn für den Verein Wassermühle Ziddorf. Bis Januar 2014 läuft der Pachtvertrag mit der Gemeinde Dahmen für die Mühle. Dieses Datum im Blick hatte sich der Verein schon seit längerem entschlossen, das historische Gebäude nebst Außenareal zu erwerben. Auf eine Ausschreibung hin hatte man ein Kaufersuchen unterbreitet (der Nordkurier berichtete). Bürgermeister Gerald Klick hatte die Offerte begrüßt. Mit dem Verein als Betreiber und künftigem Eigentümer sei eine Kontinuität in der Nutzung der Mühle gewährleistet, hatte er gegenüber unserer Zeitung hervorgehoben. Das war im Frühjahr. Bis heute ist der Verkauf indes nicht zustande gekommen.

Man habe sich über den Preis nicht einigen können, so die knappe Erklärung von Seiten des Gemeindeoberhauptes. Das ist wohl wahr, aber die Umstände der Verkaufsverhandlungen erscheinen mehr als sonderbar. Denn eigentlich hat es gar keine Verhandlungen gegeben. „Wir haben in unserem Kaufgesuch einen Preis von 40 000 Euro in Vorschlag gebracht. Die Gemeinde forderte das Doppelte, nämlich 80 000 Euro. Das sei nicht verhandelbar, wurde uns mitgeteilt“ schildert Susanne Conrath vom Verein den Konflikt. Der weitere Gang der Ereignisse sollte dann allerdings skurrile Züge annehmen. Die Gemeinde hatte zu Jahresbeginn ein Wertgutachten der Immobilie anfertigen lassen. Das ist durchaus üblich, denn man möchte in der Regel eine fundierte Basis für die Preisverhandlung haben. Als potenzieller Käufer ersuchte der Verein, Einsicht in das Gutachten zu bekommen. „Das wurde uns versagt. Das hat uns, gelinde gesagt, sehr erstaunt. Als dann noch bekannt wurde, dass an dem Gebäude ein erheblicher Sanierungsbedarf besteht, eine vorsichtige Schätzung beläuft sich auf eine Viertelmillion Euro, forderten wir nachdrücklich Einsicht in das Gutachten“, schildert Frau Conrath den Lauf der Ereignisse. Erneut blitze der Verein mit diesem Anliegen ab. Erst als ein Rechtsanwalt eingeschaltet wurde und der Vorstand sich unter Berufung auf das Informationsfreiheitsgesetz an den Datenschutzbeauftragten des Landes wandte, wurde der Schleier des Geheimnisses gelüftet. „Wir erhielten eine Kopie des Gutachtens und waren verblüfft. Der Gutachter veranschlagt den Verkehrswert der Wassermühle mit 30 000 Euro. Mit unserer Offerte von 40 000 haben wir also durchaus in einem realistischen Rahmen gelegen.“

Warum die Gemeinde allerdings den Kaufpreis auf das Zweieinhalbfache des gutachterlichen Verkehrswertes festsetzte, bleibt ihr Geheimnis. Will man den Verein nicht als Eigentümer? Klärung könnte der kommende Donnerstag bringen. Dann steht die Wassermühle in der Gemeindevertretung erneut auf der Tagesordnung.

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Kommentare (1)

Wie im Großen, so im Kleinen: Deutschland verkommt zur Bananenrepublik. So nicht, liebe Gemeinde! Wir gucken Euch genau auf die Finger! Und wir wollen die schöne Ziddorfer Mühle für Einwohner, Besucher, Kinder, Garten- und Bienenfreunde als öffentliche Oase behalten. Mauscheln und kunkeln? Da macht Euch auf kräftigen Gegenwind gefaßt.