Als Frau bei der Feuerwehr:

"Ohne Feuerwehr fehlt mir was"

Isabell Köster aus Malchin ist Feuerwehrfrau. Schon seit vielen Jahren. Die junge Mutter fährt natürlich auch bei Einsätzen mit. Sie schätzt vor allem die Kameradschaft in der Truppe und findet es gut, wenn sie Menschen in Not helfen kann.

Wenn der Pieper ruft, dann ist Isabell Köster einsatzbereit.
Iris Diessner Wenn der Pieper ruft, dann ist Isabell Köster einsatzbereit.

In der Familie von Isabell Köster muss es ein Feuerwehr-Gen geben. Schon der Opa war bei der Freiwilligen Feuerwehr und ihre Eltern ebenfalls, weiß die junge Frau zu berichten. Wenn es in Werder, wo sie zu Hause war, Alarm gab, dann sei ihre Mutti als Erste losgegangen, denn der Einsatzschlüssel hing bei ihnen zu Hause, erzählt die 23-Jährige. So sei es fast folgerichtig gewesen, dass sie mit 14 in die Jugendfeuerwehr von Werder eintrat.

„Menschen in Not helfen, das finde ich gut und wichtig“, meint Isabell. Mit 16 Jahren sei sie dann in den aktiven Dienst übernommen worden. Klar habe sie gewusst, dass sie auch mit wirklich schlimmen Szenen konfrontiert wird.  Sie kann sich noch gut an einen Verkehrsunfall auf der A 20 erinnern, zu dem sie damals mit den Kameraden aus Werder gerufen wurde. Ihr Papa habe die Autobahn abgesperrt und zu ihr gesagt: „Du gehst jetzt nicht nach vorn.“ Sie sei gegangen. „Es war hart“, sagt sie und hält einen Moment mit dem Erzählen inne. Aber das gehöre nun mal dazu. Und außerdem gebe es auch lustige Momente. Nicht nur beim Training oder wenn gefeiert wird. Nach Malchin sei sie übrigens wegen ihres damaligen Freundes gekommen. Seit 2010 wohnt Isabell jetzt hier. „Die Leute von der Malchiner Feuerwehr haben mich angesprochen, ob ich nicht bei ihnen mitmachen will. Ein paar kannten mich wohl von Wettkämpfen“, berichtet sie. Und hier gefalle es ihr wirklich gut.

Vor allem das kameradschaftliche Miteinander, diesen besonderen Zusammenhalt wisse sie zu schätzen, meint Isabell. Und dies sei ja wichtig. „Wir müssen uns schon aufeinander verlassen können“, sagt sie. 

Mittlerweile ist die 23-Jährige auch Betreuerin bei der Jugendfeuerwehr. Dorthin nehme sie manchmal ihren kleinen Sohn mit. Der sei jetzt zwei Jahre und drei Monate alt. Aber die Feuerwehr kenne er natürlich bereits. „Wenn mein Pieper geht, dann sagte er ,Mama tüta‘“, lacht sie. Den Pieper habe sie früher sogar mitgenommen, wenn sie den Lütten im Kinderwagen spazieren gefahren hat. Spätestens an dieser Stelle will sie gewürdigt wissen, dass dies alles ohne ihre Mutti nicht ginge. „Ihr habe ich viel zu verdanken“, sagt die junge Frau. Da die Mutter jetzt ebenfalls in Malchin wohne, kümmere sie sich viel um den Kleinen, wenn Isabell Dienst hat oder zum Einsatz gerufen wird. Auch ihr Bruder unterstütze sie. Dafür sie sie dankbar. „Denn ohne die Feuerwehr fehlt mir was“, bekennt Isabell. Ihr seien auch die sozialen Kontakte ganz wichtig. „Ich habe noch immer keine Arbeit finden können“, erzählt die gelernte Hauswirtschafterin. Aber sie sei kein Mensch, der ohne Beschäftigung sein wolle. Doch mit einem kleinen Kind was zu finden, sei nicht einfach. In ihrem Lebenslauf stehe natürlich, dass sie bei der Feuerwehr ist. Mancher habe das sogar toll gefunden.

 

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