Schleppjagd bei Basedow:

Pansen-Parfüm „verführt“ die Hundemeute

Wenn Hunde und Reiter gemeinsam unterwegs sind, dann ist Schleppjagd angesagt. In Basedow fand diese Jagd ganz ohne Wild und Treiber bereits zum zehnten Mal statt. Hoch zu Ross genießen die Teilnehmer dabei vor allem den Ritt durch die Natur.

Die Jubiläums-Schleppjagd in Basedow startet vor prächtiger Kulisse.
Die Jubiläums-Schleppjagd in Basedow startet vor prächtiger Kulisse.

 Mit einem lachenden und einem weinenden Auge ist Bernd Guenther aus Dalwitz nach Basedow gekommen. Er ist einer der drei Jagdherren der Jubiläums-Schleppjagd hier. „Das Wetter ist hervorragend, aber leider kann ich nicht mitreiten“, erklärt er. Sein Pferd habe sich verletzt. Aber viel Zeit, dieser Gelegenheit nachzutrauern, bleibt ihm nicht. Die Reiter treffen vor dem Alten Schafstall ein. Auch die beiden anderen Jagdherren, Hubertus von Klinggräff und Eberhard von Lewinski.

Zum dritten Mal zeichnen die drei Männer für die Basedower Schleppjagd verantwortlich. „Es gibt doch eine Menge an Organisatorischem, da ist es gut, dass wir das zu dritt machen“, meint Bernd Guenther. Schließlich sei nicht nur eine Strecke von etwa 15 Kilometern auszuwählen. Da müssten auch Absprachen mit den Eigentümern getroffen werden. Sie müssen ja ihre Erlaubnis geben. Informationen zur Beschaffenheit des jeweiligen Bodens sind ebenfalls für die Teilnehmer wichtig. Wo gibt es morastige Stellen? Welche Hindernisse können gesprungen werden?

Angemeldet haben sich etwa 25 Reiter. Sie kommen aus ganz Deutschland, wie die Nummernschilder ihrer Autos verraten. Familie Altmann hat es allerdings aus Rachow bei Groß Roge nicht so weit gehabt. Sie hat im Internet von der Schleppjagd gelesen und wollte dabei sein. Tochter Jenny freut sich auf den Geländeritt und schaut sich interessiert um. Schließlich ist es ihre erste Schleppjagd. „Schleppjagden haben schon eine lange Tradition“, weiß Bernd Guenther. Allerdings hätten sie mit dem Jagen von Wild nichts zu tun. Die Hunde folgen hier einer Duftspur, der Schleppe, und die Reiter genießen vor allem den Ausritt in der Natur.

Bernd Guenther, der am Malchiner Fritz-Greve-Gymnasium unterrichtet, ist Mitglied  im Dalwitzer Schleppjagdverein Freiherr von Esebeck. Zu dem gehört die Mecklenburger Meute mit insgesamt etwa 50 Hunden. Für die Basedower Jagd werden schließlich 24 der Irish Foxhounds ausgewählt. Doch bevor sie zum Einsatz kommen, wird in der Basedower Kirche eine Hubertusmesse gefeiert. Die Jagdhornbläser von der Insel Usedom haben hier ihren Einsatz. Pastor Dr. Christian Burchard erinnert in seiner Predigt nicht nur an die Hubertus-Legende, sondern macht die Reiter auch auf die besondere Kulturlandschaft um Basedow aufmerksam, auf die sie bei ihrer Schleppjagd treffen. „Wir Menschen finden hier alles, was wir brauchen. Nahrung für den Leib und für die Seele“, sagt der Pastor. Als die Jagdteilnehmer aus der Kirche kommen, strahlt die Sonne vom Himmel.

Nahrung für die Seele wird es also auf jeden Fall geben. Die Pferde werden aus ihren Anhängern geholt und gesattelt. Jetzt soll es endlich losgehen.

Am Schloss haben sich schon einige Zuschauer eingefunden. Ann-Christin Hermann verstaut die Behälter mit der Pansen-Lake am Sattel. Die wird als Duftspur, praktisch wie Parfüm, für die Hunde versprüht. Auf großen Ackerflächen sogar serpentinenartig, wie Eberhard von Lewinski erklärt. Er ist der Schleppenleger. „So kann man dann gut sehen, wie schön die Hunde der Spur folgen“, erklärt der erfahrene Reiter.

Das wollen nicht nur die anderen Reiter sehen. Einige Zuschauer folgen der Schleppjagd auch mit Autos. Schweren Herzens gesellt sich Bernd Guenther zu ihnen. Dabei ist der Lehrer noch gar nicht so lange ein passionierter Reiter. „Vor sieben Jahren habe ich mit dem Reiten angefangen“, verrät er. In Dalwitz, wohin er vor 20 Jahren aus Hamburg gezogen sei, bleibe man eben nicht vom „Pferde-Virus“ verschont, sagt er mit einem Schmunzeln. Und diesmal genieße er eben die Jagd vom Auto aus.

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