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Raubritterschloss wartet noch auf seine Entdecker

Dass Moor ist ein ganz besonderer Lebensraum. Zwischen Angst und Faszination liegen die Gefühle, die damit in Verbindung gebracht werden können. Ein Malchiner Verein sucht jetzt Menschen, die Geschichten über das Moor erzählen können.

Dr. Uta Berghöfer sucht Geschichten über das Moor.
Dr. Uta Berghöfer sucht Geschichten über das Moor.

 Jeder Schritt ins Moor habe etwas von Ungewissheit. Dr. Uta Berghöfer lächelt, wenn sie dies beschreibt. Für die promovierte Geografin, die seit einigen Jahren in  Clausdorf bei Kittendorf lebt,sind damit auch Überraschungen  verbunden. "Das ist einmal die faszinierende Landschaft und man kann hier sicher sein, dass man Tiere zu sehen bekommt", sagt sie. Das könne der Biber sein oder Vögel. "Stimmt, ich habe gestern gerade einen wunderschönen Eisvogel gesehen", ergänzt Lars Grünwoldt. Er ist der Vorsitzende des Vereins "Freunde Fritz Greve", dem auch Uta Berghöfer angehört. Sie hat gerade ein besonderes Projekt begonnen. Inspirierende Zugänge zum Malchiner Moor will der Verein schaffen und damit die Bedeutung der Moorlandschaft in das Bewusstsein der Menschen rücken. Dafür hat Dr. Berghöfer angefangen, Menschen zu befragen, die Geschichten über das Moor erzählen können. "So soll es hier im 14. Jahrhundert ein Raubritterschloss gegeben haben", erzählt sie. Einige Chroniken würden darüber berichten. Zwei Brüder lebten dort, die pommersche Vasallen waren. Aber sie hätten sich irgendwann auf die Seite der Mecklenburger geschlagen. "Solche Geschichten machen doch neugierig auf das Moor", ist sich die Geografin sicher und könnte sich vorstellen, dass man sich auf die Spuren des Schlosses begibt. Noch wisse man nämlich nicht, wo es einst gestanden hat. Der Sohn vom ersten Moorbauern habe ebenfalls viel erzählt. Moorbauer ist ein Stichwort für Lars Grünwoldt. Der Sänger hat mit Mi Spirandelli dieses ehemalige Ausflugslokal gepachtet und will es mit Hilfe von Freunden wieder zum Leben erwecken. Ungezählte Stunden Arbeit stecken bereits in dem Anwesen. "Es wäre doch schade, wenn über den Moorbauern nur noch in Geschichten erzählt wird", meint er.