Elefant aus Rostock:

Saras letzter Weg führt nach Malchin

Die Elefantendame aus dem Rostocker Zoo ist in der Tierverwertungsanlage an der Malchiner Landwehr obduziert worden. Die Untersuchung offenbart eine große Überraschung und bringt Gewissheit: Sara ist von einem großen Leiden erlöst worden.

Die afrikanische Elefantendame "Sara". Die mit 51 Jahren älteste afrikanische Elefantenkuh in einem europäischen Zoo starb am 20.11.2013.  Sie wurde vom Tierarzt von ihren altersbedingten Leiden erlöst. Foto: Bernd Wüstneck
Bernd Wüstneck Die afrikanische Elefantendame "Sara". Die mit 51 Jahren älteste afrikanische Elefantenkuh in einem europäischen Zoo starb am 20.11.2013.  Sie wurde vom Tierarzt von ihren altersbedingten Leiden erlöst. Foto: Bernd Wüstneck

Es kommt nicht allzu häufig vor, dass in Mecklenburg-Vorpommern Elefanten das Zeitliche segnen. Einmalig ist es aber nicht. Vor den Toren Malchins hat man schon Erfahrungen mit eingeschläferten Dickhäutern. Die Elefantendame Sara aus dem Rostocker Zoo war denn auch in dieser Woche nicht das erste schwergewichtige Tier, das in der Tierkörperverwertungsanlage der Firma Secanim endete. Vor einigen Jahren musste hier schon einmal ein Zirkus-Elefant verarbeitet werden, der sich zuvor ein Bein gebrochen hatte.

Großes Aufsehen macht die Firma Secanim nicht mit den Exoten, die hier wie andere Tiere auch zunächst in einem sogenannten Brecher zerkleinert und dann zu Tiermehl und -fett verarbeitet werden. Zu gut kennt man die Gefühle vieler Tierfreunde, die man nicht verletzen will. Doch wie mit Tierkadavern - und damit auch mit verstorbenen Elefanten - umzugehen ist, das ist nun einmal genau vorgeschrieben in Deutschland. „Das Tiermehl wird verbrannt. Es dient als Brennstoff in der Zementindustrie“, sagt Unternehmenssprecher Marcel Derichs. Das Fett wird dagegen zu Biodiesel, das manchen Lkw-Motor antreibt. Dass Tierreste damit durch den Auspuff gejagt werden, sorgt immer wieder für Diskussionen.

Und doch war die 51 Jahre alte Elefantenkuh Sara auf dem Malchiner Betriebsgelände etwas ganz Besonderes. Das eingeschläferte Tier wurde noch genau untersucht und sogar obduziert. Dabei wurde ein 50 Kilogramm schwerer Tumor entdeckt, wie der Rostocker Zoo bekannt gab. Es sei ein beruhigendes Gefühl, dass Sara nun nicht mehr leiden müsse. Auch Knochen seien in Malchin entnommen worden. Die Zoologische Sammlung der Universität Rostock will nämlich das Skelett der Elefantenkuh zu Ausstellungs- und Lehrzwecken präparieren lassen. In Rostock ist die Trauer derweil groß um den letzten Zoo-Elefanten im Land. An Saras Gehege findet sich nun sogar eine Gedenktafel.

Kommentare (1)

"Toter Elefant aus Rostock wurde erlöst " wer denkt sich denn solche Kalauer als Überschrift aus? Können Ihre Redakteure nicht mehr schreiben?