Stinkende Sache:

Stavenhagen atmet jetzt auf

Den unangenehmen Fäkal-Geruch selbst in der Nase zu haben, wirkt Wunder. Der Wasserzweckverband will jetzt alle "Düfte" in Siedlungsnähe entschärfen oder vermindern.

Aus dieser Belüftung am Stavenhagener Ortseingang stank es einige Wochen lang. Nun ist sie verschlossen.
Eckhard Kruse Aus dieser Belüftung am Stavenhagener Ortseingang stank es einige Wochen lang. Nun ist sie verschlossen.

Der heftigste Gestank am Kameruner Weg in Stavenhagen ist erst einmal gebannt. Dirk Kettner, Leiter Betrieb des Wasserzweckverbands Malchin-Stavenhagen, fand die Stelle in der Abwasserdruckleitung, aus dem die höchst unangenehmen Gerüche entwichen. Anwohner hatten sich über den unerträglichen Gestank beklagt. Er kam aus einem Lüftungsschacht, der nördlich der B 104 hinter dem Gärtnerbetrieb am Ortsausgang nach Malchin liegt.

„Dort haben wir die Be- und Entlüftung verschlossen“, erläuterte Verbandsgeschäftsführerin Petra Tertel. So einen Gestank habe man niemandem zumuten wollen. Und sie versicherte: „Wir nehmen das wirklich ernst.“ Anfang September hatte Petra Tertel den „Duft“ selbst wahrgenommen, als sie auf der B 104 unterwegs gewesen war. „Das war definitiv Abwassergeruch“, sagte sie. „Da half kein Leugnen mehr.“ So ging der Verband daran, die Ursache für den erneuten Gestank zu finden.

Dabei hatte es bis ins vergangene Jahr hinein schon einmal am Ortsausgang gestunken. Allerdings südlich der B 104. Ein Biofilter, den die Mitarbeiter auf eine Entlüftung gesetzt hatten, wirkte nicht wie erhofft, erläuterte Petra Tertel. So legte der Verband im April diesen Arm der Druckrohrleitung lahm. Die Malchiner und Neukalener Haushaltsabwässer werden nun komplett über ein Rohr in die Reuterstadt geleitet. Damit verlagerte sich die Geruchsquelle – es stank nördlich der Bundesstraße. Der unangenehme Geruch zog in die Wohnsiedlung.

Das Verschließen dieser Belüftung ist aber nicht das Ende vom Lied. „Das war eine Sofortmaßnahme“, sagte Petra Tertel. Doch irgendwo müsse die Luft aus der Druckleitung entweichen können. „Wir wollen sehen, ob wir das Problem für den Abwassertransport von Malchin nach Stavenhagen gelöst kriegen.“ Dafür habe man schon Verbindungen mit Fachfirmen aufgenommen. Ziel sei, die Gerüche von den Wohnsiedlungen wegzubekommen.

Dass es auch aus der Kläranlage an der Schultetusstraße stinkt, konnte der Verband in der vergangenen Woche nicht leugnen. Eine Wolke lag über der Straße. Petra Tertel räumte ein, dass dieser „Duft“ von den Klärwässern von Saria in Malchin stammt. Danach rieche es in der Straße aber nur ganz selten. Auch hier wolle der Verband eine Lösung suchen. Die Saria-Abwässer werden schon in geschlossene Klärbecken gegeben. Sie würden unter der Wasseroberfläche eingeleitet, damit die Gase nicht sofort entweichen. Für die Räume gebe es eine Abluftbehandlung samt Biofilter.

Stadtpräsident Klaus Salewski (Linke) machte noch eine Geruchsquelle aus. „Es stank zum Teil auch aus den Gullys“, sagte er. Doch Petra Tertel ist sich sicher, dass er die Abwasserschächte meint. Denn darunter liegen Abwasserleitungen, aus denen es manchmal riechen könne.

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