Ordnungsamt in Stavenhagen ratlos:

Dickfellige Falschparker behindern Bauarbeiter

Strafzettel vom Stavenhagener Ordnungsamt schrecken Falschparker in der Ivenacker Straße nicht ab. Die Polizei fährt an den Verkehrssündern vorbei, ohne zu halten, kritisiert ein Anwohner.

In der Ivenacker Straße wird trotz Verbots geparkt. Abends wird das zwar nicht zum Problem. Aber tags über verzweifeln die Bauleute.
Eckhard Kruse In der Ivenacker Straße wird trotz Verbots geparkt. Abends wird das zwar nicht zum Problem. Aber tags über verzweifeln die Bauleute.

Was der Stavenhagener Wolfgang Laas derzeit vor seiner Haustür in der Ivenacker Straße beobachtet, lässt ihn nur mit dem Kopf schütteln. Dabei meint er nicht etwa die Bauarbeiter der Firma Eggebrecht aus Teterow, die die Bürgersteige neu pflastern und Borde setzen. Nein, Wolfgang Laas sieht jeden Tag, wie Falschparker die Bauleute bei ihrer Arbeit behindern.

Autofahrer parken regelmäßig am Straßenrand, erzählt Laas in der Sitzung des Bauausschusses. Dabei ist die Ivenacker Straße für die Dauer der Bauarbeiten nur einspurig. Es wurde sogar ein Parkverbotsschild aufgestellt. Doch das Schild interessiert offenbar kaum jemanden. Viele Autofahrer stellen ihre Gefährte sogar auf dem frisch gepflasterten Bürgersteig ab. „Ich wundere mich, dass die Baufirma da nichts unternimmt“, sagt der Stavenhagener. Er wünschte sich, dass das Ordnungsamt in der Problemzone kontrolliert und Falschparker abstraft. „Doch was mich am meisten ärgert, ist, dass die Polizei dort vorbeifährt und nichts tut.“

Von den Behinderungen kann auch Vorarbeiter Andreas Kugler ein Lied singen. „Bestimmt zehn Mal am Tag parken hier Autos“, sagt er. Wenn der Bagger dann noch auf der Ivenacker Straße arbeite, ist für andere Autos kein Durchkommen mehr. Da heißt es warten, bis der Bagger wegrollt oder bis der Falschparker weiterfährt. „Wenn dort Autos stehen, ist es schwer, Beton in die Mulde am Straßenrand zu kippen“, erläutert Kugler weiter. Manche Autofahrer halten zwar nur für einige Minuten, andere kamen aber eine ganze Stunde lang nicht wieder. Doch das Ordnungsamt war in der Ivenacker Straße in den letzten Wochen sehr oft aktiv, sagte Bau- und Ordnungsamtsleiter David Schacht. „Unsere Mitarbeiter haben insgesamt an acht Tagen Falschparker abgestraft.“ Doch der Effekt halte leider nicht lange an. Die meisten Verkehrssünder stünden am nächsten Tag schon wieder da und behinderten die Bauarbeiten erneut.

Peter Oestreich, Leiter der Polizeistation Stavenhagen, kennt die Situation. Am Abend störten die Autos den Verkehr nicht. Tagsüber halten dort Leute, die jemanden zum Arzt bringen, die in der Straße ein Geschäft betreiben oder die dort wohnen. Er geht davon aus, dass sie etwas be- und entladen. Die Polizei dürfe aber auch Falschparker abstrafen, nicht nur das Ordnungsamt, wie viele Leute vermuten. „In Extremfällen schreiten wir auch ein“, sagt Oestreich. Doch bisher habe die Baufirma sich nicht bemerkbar gemacht.

Andreas Kugler von der Baufirma nimmt das alles gelassen. Es mache keinen Sinn, sich mit den Anwohnern anzulegen. Davon habe keine Seite etwas. Und ein Ende der Bauarbeiten sei ja abzusehen. Die letzten Meter in der Nähe der B 104 und die beiden Wege zum Denkmal von Ernst Lübbert und zur öffentlichen Toilette müssen noch gepflastert werden. Bis zum 25. Oktober sollen dann alle Arbeiten abgeschlossen sein.

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