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Stavenhagens Stadtkirche macht für ein Jahr die Tür zu

In das Gotteshaus dürfen nur noch die Handwerker rein. Und die Gläubigen suchen sich für die Gottesdienste ein Ausweichquartier.

Die Stadtkirche ist schon eingerüstet. Zuerst wollen die Handwerker die Balken an den Traufen reparieren.
Eckhard Kruse Die Stadtkirche ist schon eingerüstet. Zuerst wollen die Handwerker die Balken an den Traufen reparieren.

Die evangelisch-lutherische Stadtkirchgemeinde zieht aus ihrem Gotteshaus aus. Was tragbar ist, haben die Christen schon aus dem Gebäude getragen. Die Türen sind verschlossen. Die Orgel bleibt stumm. Und die Gottesdienste werden nun im Gemeindehaus oder auch mal in der katholischen Kirche stattfinden, berichtet Pastorin Melanie Dango.

Doch das alles bedeutet nicht etwa, dass die Kirchgemeinde ihre Stadtkirche verlassen will. Im Gegenteil. Sie will sie herausputzen. Knapp ein Jahr lang werden nur Bauleute im Gotteshaus ein- und ausgehen und vor allem an der Außenhülle arbeiten. Ihr Ziel ist die komplette Dacherneuerung und die Reparatur feuchter Balken. Melanie Dango hofft, dass alle Arbeiten bis zum Stadtjubiläum 2014 fertig sein werden.

Dass die 1782 erbaute Stadtkirche solange nicht genutzt werden kann, das ist aus Gründen der Sicherheit zwar nicht erforderlich, sagte der beauftragte Ingenieur Peter Blümel aus Malchow. „Doch es müssen auch Gerüste im Inneren der Kirche aufgestellt werden“, sagte er. Bei den Arbeiten werde eine Menge Schmutz entstehen. Eine Nutzung der Kirche sei somit kaum möglich.

Orgelbaumeister Andreas Arnold hat die restaurierte Orgel schon eingepackt. Er nahm die „Krönung“ ab und legte eine wasserfeste Hülle um das Instrument. So kann er sicher sein, dass die Orgel auch beim Dachdecken von oben nicht nass wird. So ähnlich soll auch der Altar eingepackt werden, wenn die Arbeiten beginnen.

Mittlerweile steht ein Gerüst. Doch bis die Bauarbeiter des Malchiner Baugeschäfts Keßler anrücken, um die Traufkanten und die darin eingemauerten Balken zu reparieren, wird es noch zwei bis drei Wochen dauern, erläuterte Blümel.

„Es geht in kleinen Schritten los“, sagte der Ingenieur. Die Bauarbeiter würden versuchen, die Traufkanten und Traufbalken bei gedecktem Dach zu reparieren. Die Dachziegel kommen nämlich erst im kommenden Jahr an die Reihe.

Die Bauleute müssten dann Stück für Stück entscheiden, welche Ziegelsteine und welche Hölzer ersetzt und nachbestellt werden. Blümel rechnet damit, dass aber nur 15 Prozent der Balken erneuert werden müssen – vor allem, weil sie stellenweise feucht geworden sind. „Aber das sind trotzdem schon 40 Kubikmeter Holz“, erläuterte er. Dass die Kirchgemeinde das undichte Dach in einem Schwung für 765 000 Euro reparieren kann, das ist für Melanie Dango sehr ungewöhnlich. „Wir sind ganz, ganz froh darüber.“

Möglich wurde das, weil neben Kirchenkreis, Kirchgemeinde und Denkmalpflege auch die Reuterstadt und der Bund sich mit 200 000 Euro beziehungsweise 95 000 Euro beteiligen.