Pille umsonst:

Studentinnen bleiben außen vor

Die Pille umsonst gibt es ab 1. November dann auch für bedürftige Frauen zwischen 20 und 35 Jahren. Das Modellprojekt hat aber Lücken und ist vorerst auf ein Jahr befristet. Experten hoffen auf einen Rückgang der Schwangerschaftsabbrüche.

Brigitte Mauer von der Schwangerenberatung Malchin. Foto: Iris Diessner
Brigitte Mauer von der Schwangerenberatung Malchin. Foto: Iris Diessner

„Prinzipiell halte ich das Modellprojekt der kostenlosen Verhütungsmittel für bedürftige Frauen für gut“, sagt Brigitte Mauer von der Schwangerenberatungsstelle des DRK in Malchin. Obwohl sie nicht unbedingt bestätigen könne, dass Frauen in den Konfliktberatungen, wenn es um mögliche Schwangerschaftsabbrüche geht, dafür den Grund der zu teuren Pille angeben. Sicher, das komme vor, aber weitaus häufiger werde die finanzielle Situation der Frauen beziehungsweise der Familie als so belastend angesehen, dass man sich zum Abbruch entschließt. Nun hat sich das Land entschlossen, für bedürftige Frauen im Altkreis Demmin zwischen 20 und 35 Jahren die Pille, den Verhütungsring oder die Spirale zu finanzieren.

Die Idee dazu gebe es schon sehr viel länger, weiß Brigitte Mauer. Der Demminer Frauenarzt Fridjof Matuszewski habe es mitentwickelt. Aber lange Zeit galt es als nicht finanzierbar. Jetzt werde zumindest bedürftigen Frauen geholfen. „Frauen, die Hartz IV, Aufstocker sind  oder die Grundsicherung nach SGB XII erhalten, sind anspruchsberechtigt“, erklärt  Brigitte Mauer. Aber genau hier sieht sie auch eine Lücke im Projekt. Was sei mit Studentinnen oder Azubis, die ja ebenfalls ganz wenig Geld haben oder Frauen mit einem Einkommen, das nur ganz gering über dem Hartz-IV-Satz liegt. Sie hätte es besser gefunden, hier eine Einkommensgrenze zu ziehen, die sich an der für Schwangerschaftsabbrüche orientiert. Diese lägen nämlich höher als Hartz IV oder Grundsicherung.

Letztendlich solle erreicht werden, dass  nicht mehr so viele Schwangerschaften abgebrochen werden. Mecklenburg-Vorpommern liege bei diesen Zahlen seit Jahren über dem Bundesdurchschnitt. „Ich weiß, dass die allermeisten Frauen sich den Schritt zu einem Abbruch nicht leicht machen, aber vielleicht werden es ja durch das Projekt weniger“, hofft die Beraterin. Das sollte dann ihrer Meinung nach ein Grund sein, darüber nachzudenken, es über das bisher geplante Jahr hinaus zu verlängern. Und wenn es außerdem dazu beitrage, dass bei Frauen und ihren Partner das Thema Verhütung wieder mehr ins Gespräch gebracht wird, dann sei ebenfalls etwas erreicht.

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