Landratswahl:

Tiefer Frust bei CDU-Wahlkämpfern nach verpasstem Sieg

Nachdenken ist angesagt bei CDU und SPD nach der äußerst knapp ausgegangenen Landratswahl.

Sebastian Constien (SPD) und Katy Hoffmeister (CDU). Constien setzte sich knapp bei der Stichwahl zum Landratsamt durch.
Fotostudio Mildner/Bernd Wüstneck Sebastian Constien (SPD) und Katy Hoffmeister (CDU). Constien setzte sich knapp bei der Stichwahl zum Landratsamt durch.

Seine Stimmung ist Hannes Dettman am Tag danach anzusehen. Der junge Mann ist niedergeschlagen. Acht Wochen hatte der Teterower im Wahlkampfteam von Katy Hoffmeister gepowert. Aber letztlich war die CDU-Kandidatin im Kampf um das Landratsamt Sebastian Constien von der SPD um 752 Stimmen unterlegen (der Nordkurier berichtete). "140 Termine haben wir wahrgenommen, 56 Stunden Ständen zugebracht. Und dann scheitert der ganze Einsatz an ein paar hundert Stimmen. Ich hätte nicht gedacht, dass es so eng wird", macht  Hannes Dettmann aus seiner Enttäuschung keinen Hehl. Gefasster nimmt Fred Ibold, Chef der CDU-Kreistagsfraktion, die Niederlage seiner Kandidatin auf. "Katy Hoffmeister hat ein Superergebnis erreicht. Dass sie die Stichwahl verlor, ist traurig. Doch jetzt müssen wir nach vorn schauen." Da fällt der Blick des Christdemokraten auf die vielen offenen Baustellen in der Kreispolitik. Ibold führt zuvorderst die Sanierung des Kreishaushalts ins Feld. "Am Sparen führt kein Weg vorbei. Landrat Leuchert war ein Mann, der unternehmerisch dachte. Daran sollte sein Nachfolger anknüpfen", meint Ibold. Dabei gelte es, die Gemeinde vor einer steigenden Kreisumlage zu bewahren. Eine weitere Baustelle sei die Personalpolitik.

Hans Georg Schörner, Vorsitzender der SPD-Kreistagsfraktion, sieht in dem Wählervotum eine Bestätigung der von Thomas Leuchert eingeschlagenen Politik. "Wir setzen auf Kontinuität." Der knappe Ausgang der Stichwahl zeige aber auch. dass man fraktionsübergreifend zusammenarbeiten müsse, um "das Zusammenwachsen des Kreises auf Dauer zu gewährleisten. Da ist noch ein gehöriges Stück Arbeit zu leisten." Arbeit, die haben in diesen Tagen auch Hannes Dettmann und seine Mitstreiter noch zuhauf. Sie haben begonnen, einige Hundert Wahlplakate in den Städten und auf dem Land wieder einzusammeln.