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Todesflug: Geht es jetzt an die Flieger-Bergung?

Mindestens zwei Flugzeuge sollen auf dem Grund des Kummerower Sees liegen. Die Bomber waren in den 1940er-Jahren bei Übungsflügen abgestürzt. Ein Neukalener will jetzt den Seegrund absuchen lassen. Und rechnet mit mancher Überraschung.

War es die Stasi? Oder hatten hier einige ganz schnelle Souvenirjäger zugeschlagen? Nach einem schweren Sturm war in den 1970er-Jahren im Schilfgürtel am Ufer des Kummerower Sees eine Tragfläche mit einem großen Hakenkreuz darauf aufgetaucht. Doch nach wenigen Stunden war das Flugzeugteil bereits wieder verschwunden. Wilfried Schober hat jetzt erfahren, wo es geblieben ist. Fischer hatten es aus dem Wasser gezogen und zum Schrotthandel nach Malchin gebracht. Das schwere Metallstück dürfte ihnen ordentlich Geld gebracht haben.

Der Neukalener Wilfried Schober forscht seit einigen Monaten zu den Flugzeugunglücken in den 1940er-Jahren im Kummerower See. Das Gebiet war damals Teststrecke für die deutsche Luftwaffe, die hier Bombenabwürfe probte. Eine ganze Reihe von Zeitzeugen hätten sich inzwischen bei ihm gemeldet, die er für einen Film über die damaligen Ereignisse auch interviewt habe, berichtet Schober. Mittlerweile stehe fest, dass mindestens zwei Sturzkampfbomber vom Typ Ju 88 auf dem Grund des Kummerower Sees liegen. „In den frühen Morgenstunden eines Oktobertages des Jahres 1942 war eine Maschine in eine Nebelwand über dem See geflogen und hatte hier offenbar die Orientierung verloren und war schließlich ins Wasser gestürzt“, hat Schober erfahren. Bekannt war bereits, dass 1943 ebenfalls eine Ju 88 bei einem Flugmanöver verunglückte. Die Piloten waren jeweils mit in den Tod gerissen worden.

Schober setzt nun alles daran, zumindest einem der Abstürze auf den Grund zu gehen. Er habe bereits Kontakt zu einem Bergungsunternehmen, das das Wrack heben könnte. Natürlich erst, wenn alle zuständigen Behörden zugestimmt haben. Finanzieren könnte sich die Aktion durch einen Werbefilm für die Firma, den Schober zusammen mit einem Rostocker Kameramann von der Bergung drehen will. Die Wrackteile könnten dann in einem Rostocker Museum ausgestellt werden, stellt sich der Neukalener vor.

Zunächst soll aber der gesamte Grund des Sees mit einer Scan-Technik untersucht werden, um die Flugzeuge genau orten zu können. „Dabei werden wir dann auch alle Untiefen registrieren und sicher auch auf Schiffswracks stoßen“, ist Schober überzeugt. Möglicherweise kommen auch die Schleppkähne zum Vorschein, die den Flugzeugen damals als Zielobjekt für ihre Bomben dienten. Das Ergebnis der Suche könnte gewiss für die Schifffahrt auf dem Kummerower See von Bedeutung sein, ist Wilfried Schober überzeugt.