Alles nur Luft?:

Trinkwasser sprudelt wie Milch aus dem Hahn

Ein Stavenhagener Einwohner ärgert sich über das merkwürdige Aussehen des Trinkwassers in der Stadt. Doch es ist alles nur Luft, meint die Geschäftsführerin des Wasserzweckverbands.

Weiß wie Milch kommt das Trinkwasser aus dem Hahn bei Horst Stern in Stavenhagen.
Eckhard Kruse Weiß wie Milch kommt das Trinkwasser aus dem Hahn bei Horst Stern in Stavenhagen.

Horst Stern ist momentan überhaupt nicht mit dem Stavenhagener Trinkwasser zufrieden. „Es ist ekelerregend“, sagt er. Wenn er den Hahn in der Küche seines Wohnhauses am Kameruner Weg aufdreht und das Wasser wie gewohnt in ein Glas füllt, fühlt er sich an Milch, aber nicht an Trinkwasser erinnert. Der Glasinhalt ist komplett weiß. Es dauert gut eine Minute, bis sich der „Nebel“ im Glas aufgelöst hat und das Trinkwasser wieder normal aussieht. Horst Stern vermutet, dass der Wasserzweckverband Malchin-Stavenhagen chemische Substanzen zugesetzt hat.

Keine Chemie im Wasser

Doch Petra Tertel, Geschäftsführerin des Wasserzweckverbands, kann den Anwohner beruhigen. Es sind keine chemischen Substanzen zugesetzt worden. Die milchweiße Trübung entstehe durch überschüssige Luft in den Leitungen. Die könne momentan nicht wie gewohnt entweichen. Sie erläutert auch wieso: „Der Trinkwasserspeicher an der Treptower Straße wird gerade saniert.“ Der Speicher sei derzeit vom Wassernetz abgeklemmt. Dadurch gelange das Trinkwasser quasi direkt aus den Brunnen in die Rohrleitungen.

Luft entweicht erst an den Wasserhähnen

Daher rühre auch das milchige Aussehen. Denn für den Wasserversorger ist es ein normaler Vorgang, mit einem Kompressor Luft in das Wasser einzublasen. „Damit entfernen wir Eisen und Mangan aus dem Trinkwasser“, erläuterte Petra Tertel. Beide Stoffe trüben das Wasser. Durch Mangan entstehe auch ein muffiger Geruch. Diese beiden Stoffe würden nun mit der Luft reagieren. Die Verbindungen werden damit unlöslich und können so herausgefiltert werden, ergänzte Dirk Ketter, Leiter Betrieb beim Verband. Weil sich die Luft jetzt nicht mehr wie im Normalfall im Trinkwasserspeicher verflüchtigen kann und gleich in die Haushalte gepumpt wird, kann sie erst an den heimischen Wasserhähnen entweichen.

Mischdüse könnte schuld sein

Petra Tertel rechnet damit, dass die Sanierung des Trinkwasserspeichers nur bis zum Jahresende dauern wird. Wenn die Arbeiten abgeschlossen sind, werde auch das Wasser wieder gänzlich normal aussehen. Dass das Wasser bei Familie Stern aber vollkommen weiß aussieht, das erstaunt selbst die Geschäftsführerin. In anderen Bereichen der Stadt gebe es nur leichte Luft-Trübungen. Vielleicht habe Horst Stern eine Mischdüse am Wasserhahn, vermutet sie. Dadurch könne sich das Wasser unter Umständen zusätzlich aufschäumen.

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