Geheimnisvoller Gang:

Was steckt hinter der Kerkertür im Rathaus?

Im Malchiner Ratskeller ist jetzt ein zweites Gewölbe freigelegt worden. Und wieder einmal stellt sich die Frage: Beginnt hier tatsächlich der sagenumwobene Tunnel unter dem Marktplatz?

Die beiden Gewölbe des Ratskellers sind jetzt wieder in voller Schönheit erkennbar.
Thomas Koch Die beiden Gewölbe des Ratskellers sind jetzt wieder in voller Schönheit erkennbar.

Es ist, als mache man eine kleine Zeitreise. Es sind nur wenige Stufen vom Erdgeschoss bis hinunter in den Keller des Rathauses. Und dennoch hat man das Gefühl, als würde man das Jetzt und Heute hinter sich lassen, als würde man eintauchen in eine Zeit, die längst vergangen ist. Das alte Kellergewölbe – es versprüht den Charme des Mittelalters. Eine alte Kerkertür macht neugierig. Was mag sich wohl dahinter verbergen? Gewährt sie vielleicht Einlass zu dem sagenumwobenen Tunnel, der vom Rathaus hinaus aus der Stadt führen soll?

Eine zubetonierte Wand verwehrt den Zugang

Viele Geschichten und Erzählungen ranken sich um den geheimnisvollen Gang. Immer mal wieder wurde versucht ihn zu finden, entdeckt wurde er bis heute nicht. Auch das Öffnen der Kerkertür bringt kein Licht ins Dunkel. Eine zubetonierte Wand verwehrt den Zugang. Und mit einem Mal ist man zurück in der Realität. Das Dröhnen schwerer Bohrhämmer dringt durch die Räumlichkeiten.

„Nein, in Vergessenheit geraten war der Ratskeller zu keiner Zeit“, stellt Bauamtsmitarbeiter Arno Harpeng, der drei Etagen höher seinen Arbeitsplatz hat, klar. Schon zur Rathaussanierung Mitte der 1990er-Jahre stand fest, dass es einen zweiten Bauabschnitt geben wird, bei dem der Ratskeller restauriert werden soll.

Alles, was nicht ursprünglich ist, wird entfernt

Um eine Restaurierung handelt es sich bei dem, was die Bauleute hier seit einigen Tagen verrichten, allerdings nicht. In der Amtssprache ist es eine sogenannte Ordnungsmaßnahme. Auf gut Deutsch heißt es nichts anderes, als dass die Bauleute hier alles abtragen und herausreißen, was nichts mit dem ursprünglichen historischen Charakter der altgedienten Mauern zu schaffen hat, erklärt Arno Harpeng. Die Wand, die einst den Gastraum von der Küche trennte, ist in den vergangenen Tagen herausgerissen worden. Erst dadurch ist das zweite Gewölbe des Kellers erst wieder sichtbar geworden. Auch alten Putz haben die Bauleute von den Wänden entfernt, Versorgungsleitungen, die nicht mehr benötigt werden, haben sie abgeklemmt und ausgebaut.

 

Weiterführende Links

Nordkurier: Samsung Galaxy Tablet ohne Anzahlung