In die dunkelsten Ecken geschaut:

Wer hat Angst vorm Masken-Mann?

Ein mulmiges Gefühl ist in diesen Tagen immer dabei, wenn man im Dunkeln durch abgelegene Winkel Teterows geht. Doch auch hier sind spät abends immer noch Leute unterwegs. Mancher nimmt jetzt aber lieber einen Umweg.

Den Teterowern wird es schon mulmig, wenn sie durch dunkle Ecken wie diese hier gehen müssen.
Torsten Bengelsdorf Den Teterowern wird es schon mulmig, wenn sie durch dunkle Ecken wie diese hier gehen müssen.

Nieselregen, kalt und dunkel – an diesem Abend geht man in Teterow nur noch vor die Tür, wenn es denn unbedingt sein muss. Einige Leute kommen noch vom späten Einkauf, eilen schnurstracks nach Hause. Durch den Stadtpark traut sich an diesem Abend kaum noch jemand. Obwohl die Wege gut beleuchtet sind. Genau dieses Licht scheuen drei Jungen, die sich im hinteren Teil des Parks einen Scherz machen und einen Feuerwerkskörper zünden.

Was der Unsinn soll, da geben die Ertappten bereitwillig Auskunft: Natürlich hat das mit dem Masken-Mann zu tun. Vielleicht zeigt er sich dann wieder einmal. Tino (10) meint, ihn schon einmal gesehen zu haben. So gruselig sieht der doch gar nicht aus. Nein, Angst habe er keine gehabt, sagt er. Nur sein Freund, der hat sich gleich in die Hosen gemacht.

Immer ein heimlicher Begleiter

Ob die Geschichte nun stimmt oder nicht, die unheimliche Erscheinung mit der Maske scheint an diesem Abend bei den wenigen Spaziergängern, die noch unterwegs sind, immer ein heimlicher Begleiter zu sein. Natürlich habe er von dem Mann gehört, sagt Jörg Fechner. Er ist auf dem St.-Jürgen-Steig unterwegs. Rechts von ihm erhebt sich düster drohend der Betonklotz des vormaligen Landratsamtes. Die Fenster sind bis in den vierten Stock vernagelt. Trotz dieser unheimlich anmutenden Kulisse ist dem vierschrötigen Mann mit seinem kleinen Hund nicht bange vor dem Masken-Mann. „Der soll mal kommen. Dann kriegt er für seinen Unsinn kräftig eins auf die Mütze.“

Am Kapitän-Kaempff-Weg hinter der Parkplatzzufahrt ist es tiefschwarz. Nur wenige Autos parken hier. Wie aus dem Nichts taucht geräuschlos ein Jagdhund auf. Der harsche Ruf „Zurück“ verrät, dass da noch jemand sein muss. Der Hund trollt sich und Rainer Wenzlaff kommt näher. An der Hand die vierjährige Enkelin Lara. Bei Opa fühlt sich die Kleine sicher. „Das kann sie auch, denn was der treibt, ist doch nur Ulk“, wiegelt Rainer Wenzlaff ab. Er könne sich nicht vorstellen, dass der Unbekannte jemandem etwas zuleide tue.

Allein wird's gruselig

Ähnlich denkt Joana Krüger, die mit ihrer Tochter durch den Gartensteig in die Stadt eilt. Vorsichtiger ist Doreen Oldag. Sie kommt mit Sohn Max den Gartensteig vom Grünen Weg her hoch. „Wenn ich nicht gesehen hätte, dass hier Leute sind, hätten wir den längeren Weg durch die beleuchtete Gartenstraße genommen“, gibt sie offen zu. Der zehnjährige Max habe strenge Instruktion, in der Dunkelheit nicht allein unterwegs zu sein. „Wir wurden im Hort so belehrt“, sagt er. Das sei okay. Während Mutter und Sohn ihrem Zuhause zustreben, rollt ein Streifenwagen der Polizei in gedrosseltem Tempo durch die Gartenstraße.

Er soll hinter Leuten hergelaufen sein

Auf Streife sind auch die Männer des städtischen Ordnungsdienstes unterwegs. Zuerst auf dem Schulkamp, wo die letzten Schüler aus der Musikschule kommen. Begegnet sind die Ordnungshüter dem Maskenmann noch nicht. Aber aus zahlreichen Schilderungen, vor allem von Jugendlichen, haben sie sich ein Bild mit konkreten Details machen können. „Der hat es gar nicht auf die stillen Passanten abgesehen, wohl eher auf auffällige Jugendliche, die lärmend losziehen“, ist einer überzeugt. Und so ganz harmlos sei der Unbekannte dann doch nicht. Ihm sei zu Ohren gekommen, dass er auch schon hinter Leuten herlief. „Höchste Zeit, dass er geschnappt wird. Das ist ein böses Treiben und muss ein Ende haben.“

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